06.12.2011

Denke immer an den dümmsten anzunehmenden Benutzer!


So eine Thermoskanne ist etwas Feines: Es geht doch nichts über eine dampfende Tasse Tee oder Kaffee, wenn es draußen bitterkalt ist. Meine Tochter besucht einen Waldkindergarten und ist den ganzen Morgen an der frischen Luft. Deshalb wünschte sie sich eine Isolierkanne für den Winter. Also ging ich los, um eine zu kaufen.

Es gibt Modelle mit Trinkaufsatz – wie eine ganz normale Trinkflasche – und solche mit Tassen-Deckel. Meine Kleine wollte unbedingt eine mit Deckel haben, so wie eines der großen Vorschulkinder. Ich fragte mich im Fachgeschäft durch, probierte mit Wasser aus, ob sich der Inhalt möglichst unfallfrei ausgießen lässt (ein toller Kundenservice!), und nahm schließlich ein kleines Kännchen mit nach Hause. Was ich den netten Verkäufer leider nicht gefragt hatte: „Darf denn das Ding in die Spülmaschine?“

Deshalb fragte ich bei nächstbester Gelegenheit meine Freundin, die eine Thermoskanne mit Trinkaufsatz hatte. Sie hatte auch keine allgemeingültige Antwort, meinte nur: „Manche Marken vertragen die Spülmaschine, bei anderen löst sich die Beschichtung ab.“ Oh je, das muss ja nicht sein! Aber da die Flasche nun mal täglich in Gebrauch ist, würde ich sie gerne hin und wieder in der Maschine reinigen können.

Ein Glück, der Verkäufer hatte mir die Gebrauchsanleitung noch mit den Worten „Eigentlich weiß man ja, wie eine Thermoskanne funktioniert, aber ich gebe die Ihnen noch mit“ in die Hand gedrückt. Dort stehen unter der Überschrift „Reinigung“ vier Punkte:

Unter Punkt 3 ist zu lesen: „Nicht in Spülwasser tauchen oder in die Geschirrspülmaschine stellen.“

Unter Punkt 4 steht dann: „Für spülmaschinenfeste Isoliergefäße: Ihr Isoliergefäß ist komplett spülmaschinenfest.“ Danach kommen Instruktionen wie und wo die Einzelteile im Geschirrspüler stehen sollten.

Tja, ich bin genauso schlau wie vorher und habe keine Ahnung, ob ich nun darf oder nicht darf. Im Normalfall hätte ich mich für die sichere Variante „nicht in die Spülmaschine“ entschieden. Aber als simplify-Beauftragte rief ich beim Hersteller an – und wurde aufgeklärt:

Spülmaschinenfest ist meine Kanne dann, wenn es irgendwo extra draufsteht! Also entweder ist sie mit einem Aufkleber oder am Boden der Kanne mit einem Zeichen „Teller, die von oben mit Wasser berieselt werden“ gekennzeichnet. Die Dame am Telefon vermutete richtig, dass ich eine Kanne mit Trinkbecher habe. Bei dieser kann Wasser in den unteren Boden gelangen, wenn ich sie in die Maschine stelle. „Und das Wasser kann dann irgendwann auch wieder herauskommen“, sagte sie. Das mag ich mir gar nicht vorstellen, dass vergammeltes altes Wasser beim Ausschütten mit in die Tasse tröpfelt ...

Ihr Tipp, wenn die Kanne innen zu sehr verschmutzt sein sollte: Kanne mit Wasser und Spülmaschinen- oder Gebissreiniger-Tab befüllen und über Nacht einwirken lassen.

Ich lerne daraus: Freundlich nachfragen lohnt sich. Und: Schreibe Gebrauchsanleitungen so, dass sie auch jeder versteht! Bisher hatte ich allerdings noch keinen solchen Auftrag ...


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Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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