09.07.2013

Der Applaus trügt


„Trau nicht dem Applaus!“, lautet die Überschrift einer wissenschaftlichen Meldung vom Forschungsverbund Berlin e.V. Denn Klatschen ist ansteckend und es hängt manchmal mehr von den Menschen vor der Bühne, als von den Protagonisten auf der Bühne ab, wie stark der Applaus ausfällt. Eine im „Journal of the Royal Society“ veröffentlichte Studie über soziale Identität und Gruppenpsychologie brachte das zu Tage.

"Wenn Sie das nächste Mal auf der Bühne stehen und keine Standing Ovations ernten – seien Sie nicht betrübt!" Das empfehlen die Forscher. Nun, ich hatte vergangene Woche keine Standing Ovations, wohl aber Applaus: Der Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG hat mir für eine simplify aktuell-Ausgabe den 1. Preis in der Kategorie „Anschaulichste, lebendigste Sprache“ verliehen und mich damit in die Galerie der besten Texte 2013 aufgenommen. Ganz ehrlich: Ich habe gar nichts vom Applaus mitbekommen, außer dass es ihn gab! Ich war so damit beschäftigt, den Preis entgegenzunehmen und dabei alles richtig zu machen, dass ich das meiste um mich herum ausblendete. Von Betrübnis wegen des Applauses kann also nicht die Rede sein.

Allerdings war ich am Wochenende in einem Musical und habe am Schluss ganz genau den Applaus analysiert und mich selbst beobachtet. Ich fragte mich, ob die anderen wohl meine Lieblingsprotagonistin genauso gut fanden wie ich. Als dann der Applaus lauter wurde, klatschte ich ebenfalls heftiger. Die soziale Ansteckung hat funktioniert! Übrigens sind es immer die Gleichen, die mit dem Applaudieren anfangen bzw. später starten. Das kann ich bestätigen, zumindest was mich betrifft. Ich bin eine Spätstarterin! Das Abflauen des Applauses ist ebenfalls sozial vermittelt, aber zu einem geringeren Grad. Kontrolliert wird es nämlich von dem Widerstreben jedes Einzelnen, zu lange zu klatschen. Auch das kann ich nur bestätigen: Zwischendrin legte ich immer wieder eine Klatsch-Pause ein, weil meine Muskeln schmerzten ...


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Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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