22.11.2013

Die Dämonen können einpacken


Heute ist es einmal nicht die Beerdigung, die mich interessiert, sondern ein Brauch, der mit dem Heiraten einhergeht. Und das Heiraten ist ja – zumindest um diesen großen Termin herum – meist ein sehr freudiges, ereignisreiches Erlebnis. Wenn ihr nun an Hochzeitsbräuche denkt, fallen euch bestimmt einige ganz spontan ein. Ein sehr beliebter, der auch auf Bildern gerne festgehalten wird: Der Bräutigam trägt nach der Hochzeitsfeier die Braut über die Türschwelle des trauten Heimes.

Früher vermutete man böse Geister und Dämonen unter der Türschwelle. Trug der Mann die Braut hinüber, schützte er sie vor diesen dunklen Mächten. Sie konnten der Braut nichts anhaben, was sich natürlich positiv auf das Eheleben auswirken sollte.

Nachdem ich bei meiner Recherche für simplify aktuell auf den Blog-Beitrag „Türschwellen lassen uns vergessen“ bei NeuroNation.de gestoßen bin, kommen mir allerdings Zweifel auf. Möglicherweise hat das über-die-Schwelle-Tragen doch einen anderen Hintergrund? Denn: Wissenschaftler fanden den Grund heraus, weshalb wir oft unser Vorhaben aus den Augen verlieren, sobald wir den Raum wechseln. Ein Beispiel: Ich stehe in der Küche und will im Bad das Zitronensäure-Pulver holen, um den Wasserkocher zu entkalken. Kaum bin ich im Bad angekommen, frage ich mich: Wozu bin ich eigentlich hier? Was wollte ich denn nur? Ich komme nicht darauf und laufe wieder in die Küche, schaue mich um, mein Blick fällt auf den Wasserkocher – und ich bin mir meiner Mission wieder bewusst! Auf ein Neues ...

Der im Blog genannte Neuropsychologe G. Radvansky fand in Studien heraus, dass das Durchschreiten der Tür in einen anderen Raum offenbar ein neues Ereignis für unser Gehirn ist. Der Befehl lautet also: Dies ist ein neues Ereignis, die alten Infos bitte vergessen! Und schwups, weg sind sie!

Ob der Hochzeitsbrauch also womöglich reine Strategie ist? Immerhin kommt es immer wieder zu Aussagen wie: „Seit der Hochzeit ist mein Mann wie ausgewechselt. Wenn ich das nur vorher gewusst hätte! Ich hätte ihn nicht geheiratet!“ Das über-die-Schwelle-Tragen hätte dann quasi unterstützende Wirkung: Das Schöne, das vorher war, verblasst. Wenn jetzt der Ernst des Lebens beginnt, fällt es nicht so auf ...

Okay, das war mit einem dicken Augenzwinkern geschrieben. Das Ganze gibt es natürlich auch in positiver Interpretation. Das gemeinsame Übertreten bzw. Überschweben der Türschwelle bedeutet: Jetzt beginnt etwas Neues! Alles Alte, was uns belastet, das lassen wir getrost hinter uns!

Klingt besser und durchaus plausibel – die Dämonen können also einpacken!


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Ganz einfach Dunja

Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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