28.03.2014

Die geheimen Träume einer Fremden


Gestern fiel mir ein Buch in die Hand, das ich irgendwann einmal in einem Sozialkaufhaus erworben hatte. Es ist ein Ratgeber. Ich blätterte darin herum. Mein Blick blieb an einem handschriftlichen Eintrag hängen. Beim Umblättern sah ich, dass es noch mehr davon gab.

Ich überlegte kurz, ob ich das lesen soll und darf. Entschied mich dann dafür, schließlich kenne ich diese Person nicht. Es waren Antworten auf so klassische Fragen, wie „Was würden Sie tun, wenn Sie im Lotto gewinnen würden und nicht mehr arbeiten müssten?“ oder „Was würde Sie tun, wenn Sie wüssten, dass Sie nicht mehr lange zu leben hätten?“

Ich las unter beiden Fragen dieselben Antworten. Diese sind relativ unspektakulär. Es geht um Freundschaft, Partnerschaft, Hobbies und ein schönes Zuhause. „Sieh an“, dachte ich bei mir, „selbst wenn der Person alle Wege offenstünden, wählt sie solche bodenständigen Antworten.“ Woran liegt das? Der Autor umschreibt es etwas umständlich, ich will es mal anders versuchen: Die Antworten deuten auf unerfüllte Bedürfnisse hin. Es sind Träume, die seit der Kindheit gehegt werden. Nach Geborgenheit, Freiheit, Selbstverwirklichung, Autonomie, Zugehörigkeit usw.

Die Frage ist nun, wie sieht das Lebensziel oder gar der Lebenssinn aus, wenn all diese elementaren Bedürfnisse erfüllt wären? Er wäre vermutlich viel gewagter, mutiger und vor allem niemals ganz erreichbar. Doch die Ideen, die die ehemalige Besitzerin meines Buches hatte (nach der Handschrift zu urteilen war es eine Frau), die könnte sie heute schon verwirklichen. Einmal einen Oldtimer fahren – das ist selbst für einen schmalen Geldbeutel drin. Auch ein Netzwerk an guten Freunden aufzubauen ist ein Ziel, dass mittelfristig drin ist. 

Wir kommen dem wahren Lebensziel näher, wenn wir uns der Bedürfnisse bewusst werden, die hinter unseren bodenständigen Zielen stecken. Was wäre, wenn diese Bedürfnisse erfüllt wären? Wenn wir all das tun würden, was wir als Antworten auf die zwei Fragen oben gegeben haben? Was würden wir dann anstreben, oder besser: Wozu sind wir dann in der Lage?

Darauf gibt es – so der Autor – nur eine Antwort, wenn wir nämlich so lange nachgefragt haben, bis nur noch eine Antwort möglich ist. Die gilt es anzunehmen mit ganzem Herzen.


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Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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