19.07.2012

Die Liebe hat 5 Sprachen – Woche 3: Lob und Anerkennung


Endlich ist sie da: die erste Sprache der Liebe nach Gary Chapman. Darf ich vorstellen? Es ist das Lob, die Anerkennung. Noch einmal zur Erinnerung: Wer diese Sprache spricht, dessen Liebestanks füllen sich jedes Mal auf, wenn er oder sie gelobt wird. Und daraus kann die Person schöpfen – je nach durchschnittlichem Verbrauch mal kürzer und mal länger. Chapman zitiert zu Beginn des Kapitels über die Sprache Nummer 1 Mark Twain, der sagte: „Ich kann zwei Monate von einem netten Kompliment leben.“

Danach wird es für mich etwas unübersichtlich in Chapmans Ausführungen. Ich versuche mal, das strukturiert und möglichst simplify auf den Punkt zu bringen:

  • Es geht hier um Worte, und mit ihnen auch um die Musik – also um die Art und Weise, wie wir unsere Worte übermitteln.
  • Bei „Lob und Anerkennung“ sollten die Worte eben genau das ausdrücken: „Ich finde dich gut“ oder „Ich finde gut, was du machst“ oder „Ich sehe, was du alles für uns/dich/mich tust“. Das Ganze möglichst kurz und aussagekräftig.
  • Ein Lob ist frei von Forderungen oder Absichten: Wenn wir nur loben, um an anderer Stelle etwas zu bekommen, á la: „Ich sage ihr mal, wie gut sie Rouladen machen kann, damit ich morgen endlich mal wieder etwas Leckeres zu essen bekomme“, wird das nichts mit der Liebe. Wenn wir stattdessen loben, um damit unsere Liebe zum Ausdruck zu bringen, KANN an anderer Stelle etwas geschehen: Der andere zeigt sich erkenntlich und gibt aus sich heraus in Liebe etwas zurück.
    Chapman hatte ein einfaches Beispiel: Sie will, dass er das Schlafzimmer renoviert. Seit Monaten liegt sie ihm damit in den Ohren. Er reagiert nicht, putzt und poliert lieber das Auto. Chapmans Rat an die Frau (sinngemäß): „Loben Sie ihn für das, was er tut. Und vergessen Sie einmal das, was er in Ihren Augen unerledigt lässt.“ Also lobt sie ihn für die vielen Kleinigkeiten, die er im und um den Haushalt herum machte. Das Ergebnis: Er renovierte von sich aus eines Tages das Schlafzimmer.
  • Als Dialekte von Lob und Anerkennung erwähnt Chapman die Ermutigung und die Vergebung – in Frage kommt alles, womit wir dem anderen zeigen, dass wir ihn anerkennen und wertschätzen. Damit setzten wir oft Potenziale im anderen frei, von denen dieser selbst nichts ahnte.
  • Zentral ist bei all dem: Wir sind in unseren Aussagen freundlich und höflich. Wir verzichten auf Forderungen, die ein Ungleichgewicht in unsere Beziehung bringen („Ich bin die Erwachsene, du das Kind“). Stattdessen sprechen wir ernst gemeinte Bitten aus: Diese schließen die Möglichkeit mit ein, dass der andere auch „Nein“ sagen kann. „Die Bitte lässt noch eine Wahl. (...) Liebe bedeutet immer Entscheidungsfreiheit. (...) Eine Bitte eröffnet die Möglichkeit, Liebe zu zeigen“, schreibt Chapman.

Früher war ich öfter in einem Haus zu Gast, in dem sich Hausherr und -herrin mit Lob gegenseitig überschüttet haben. Ich fühlte mich inmitten dieser Lobesgesänge ziemlich unwohl. Vielleicht ist es ja nicht meine Sprache!? In der gewaltfreien Kommunikation habe ich gelernt, dass auch ein Lob ein Urteil ist, wenn auch ein positives. Deshalb versuche ich mehr und mehr, anstelle eines Lobs meine Gefühle zu einer Sache auszudrücken: „Ich sehe, du hast die Küche aufgeräumt. Ich freue mich total darüber, weil es auf der Arbeit so anstrengend war, und ich mich nun einfach ausruhen kann. Danke!“

Hier noch ein Tipp von Chapman zur Sprache Nummer 1: Wenn das nicht eure Sprache ist, aber die eures Partners oder der Partnerin: Legt ein Büchlein an, in dem ihr Anregungen sammelt und notiert – Zeitungsartikel, Bücher, Erlebnisse. Es gibt zahlreiche Literatur dazu, wie ihr anderen anerkennende Worte schenken könnt. Lernt daraus.


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Ganz einfach Dunja

Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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