26.07.2012

Die Liebe hat 5 Sprachen - Woche 4: Zweisamkeit


Gary Chapman, der Autor von „Die 5 Sprachen der Liebe“, war irritiert, als er einem Ehepaar aus der Krise zu helfen versuchte: Bei dem Mann hatte alles geklappt. Seine Frau schenkte ihm mehr Lob und Anerkennung, und seine Liebestanks füllten sich auf. Er lobte sie ebenfalls für alles, was sie tat. Doch ihre Tanknadel lag noch immer im roten Bereich.

Chapman stellte fest: Die Frau musste eine andere Muttersprache der Liebe sprechen. Sie hatte das auch immer wieder ganz deutlich gesagt: Sie wollte Zeit. Zeit, die ihr Mann nur mit ihr verbringt. Zweisamkeit. Ungeteilte Aufmerksamkeit.

Was ist das? In der Phase der Verliebtheit erleben wir sie oft, diese gegenseitige Präsenz. Wir schauen uns einander in die Augen, verbringen ganz bewusst möglichst viel Zeit miteinander, reden, erzählen uns ganz viel. Später, wenn der Alltag eingekehrt ist, sitzen wir vielleicht nebeneinander auf der Couch und schauen fern. Oder wir durchblättern die Zeitung, während der andere redet. Oder wir telefonieren beim gemeinsamen Nachmittagskaffee. Das ist zwar räumliche Nähe, aber das ist keine ungeteilte Aufmerksamkeit! Wir sind immer abgelenkt und nie ganz bei dem anderen.

Chapman benutzt die Worte „Zeit nur für dich“. Schon wenige Minuten reichen aus, um diese gemeinsame Zeit zu einer wertvollen Zeit zu machen – für denjenigen, dessen Sprache die Zweisamkeit ist. Dem Ehemann in seinem Beispiel rät er zu einer Liste. Darauf soll er all das schreiben, was seine Frau ihm als gemeinsame Unternehmungen einmal vorgeschlagen hatte. Danach sollte er eins ums andere ermöglichen. Mittlerweile sind Jahre vergangen und die beiden verstehen es endlich, gegenseitig ihre Liebestanks aufzufüllen.

Das Interessante für mich ist: Wenn einer von beiden merkt, dass sein „Benzinstand“ zu niedrig ist, kann er oder sie aus seinem Bewusstsein heraus sich etwas wünschen, z. B. gemeinsam etwas zu unternehmen. Wenn wir also wissen, wie unsere Liebestanks zu füllen sind, können wir anderen unsere Bedürfnisse mitteilen. Welch eine Chance!

Hier noch ein paar Sätze zur Zweisamkeit und ihren Dialekten:

  • Ein Dialekt ist das Zwiegespräch, der Gedankenaustausch. Dabei geht es weniger darum, den anderen zu loben. Es geht vielmehr ums Zuhören, um Anteilnahme. Das Ziel ist, den anderen verstehen zu wollen. Achtung! Lösungen sind dabei nicht ausdrücklich erwünscht! Wer beim Zuhören das Gefühl hat, einen Rat geben zu müssen, sollte vorher nachfragen, ob der andere das auch will! Ebenfalls tabu: seine Partnerin oder seinen Partner zu unterbrechen. Hier ist Zurückhaltung und volle Präsenz gefragt.
  • Ebenfalls wichtig für Zweisamkeit-Muttersprachler ist, dass der andere fähig und mutig genug ist, seine Gedanken und Gefühle offenzulegen. Nur dann entsteht die Vertrautheit, die nötig ist, um den Liebestank zu füllen. Gerade das bereitet vielen Menschen Probleme, weil sie nicht gelernt haben, ihre Innenwelt zum Ausdruck zu bringen. Mein Tipp für alle, denen es schwer fällt, Gefühle überhaupt wahrzunehmen: der Gefühlsnavigator – eine App, die uns genau dabei unterstützen kann. In „So ein Giraffentanz“ habe ich sie vor einigen Monaten hier vorgestellt.
  • Zusammen etwas zu unternehmen, ist ein weiterer Dialekt der Zweisamkeit. Dinge zu tun, die (mindestens einem von beiden) Freude machen. Gemeinsame Erlebnisse zu haben, über die man reden kann. Offen und bereit zu sein für Unternehmungen, die vielleicht nur dem anderen etwas bedeuten. Wir beweisen ihr oder ihm damit unsere Liebe. Das zählt.

Während ich das so schreibe, danke ich Wilfried innerlich dafür, mir von diesem Buch erzählt zu haben. Es ist so einfach! Und es steckt so viel Wahrheit darin!


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Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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