23.08.2012

Die Liebe hat 5 Sprachen - Woche 8: Liebe aus freiem Willen


In der heutigen Zeit reden wir so viel über Authentizität, darüber, dass wir in unserem Sinne handeln, dass wir frei sind und auf unsere Bedürfnisse acht geben. Dann so etwas: Wir sollen eine Liebessprache erlernen, die uns möglicherweise gar nicht liegt! Dabei hängt der Haussegen schon seit Jahren schief, wir rackern uns ab und geben unser Bestes, niemand honoriert es, vielleicht werden wir sogar verbal angegriffen. Wie können wir uns da noch aufrappeln und ganz bewusst dafür entscheiden, das zu tun, was unser Partner braucht?

Gary Chapman betont am Anfang und am Ende seines Bucher über „Die 5 Sprachen der Liebe“, dass sich eine Beziehung radikal verändern wird, wenn beide die Muttersprache des anderen sprechen lernen. Viele Beispiele im Buch zeigen, dass es sich genau so verhält: Ehe seit 30 Jahren, Liebestanks auf beiden Seiten leer, jeder glaubt, dem anderen alles zu geben. Dann erkennen beide, dass sie die ganzen 30 Jahre aneinander vorbei geredet haben, ändern das und innerhalb kürzester Zeit stellt sich die Liebe ein. So einfach geht das?

Einmal abgesehen davon, dass ich es schwierig finde, die richtige Sprache eines anderen Menschen tatsächlich herauszufinden, glaube ich: Eine Beziehung verändert sich wirklich zum Positiven, wenn wir die Liebessprache des anderen sprechen! Dazu brauchen wir übrigens nicht zwingend einen Partner – auch mit Kindern, Eltern und anderen Menschen aus unserem Umfeld können wir auf diese Art sprechen. Ich habe zum Beispiel bei meiner Tochter drei Sprachen entdeckt, die ihr wichtig sind, und spreche diese nun häufiger als früher. Das ist eine sehr wertvolle Erfahrung!

Mit Manipulation hat das übrigens nichts zu tun: Ich liebe mein Kind. Ich wähle einfach nur die Sprache, in der meine Liebe auch ankommt. Ein Beispiel aus dem Ehe-Alltag: Ein Mann macht alles Mögliche im Haushalt und im Garten, weil er denkt, dass seine Frau froh darüber ist, wenn sie Hilfe bekommt. Sie dagegen sehnt sich danach, mit ihm auf der Couch zu sitzen und zu reden. Also: Er spricht die ganze Zeit eine Sprache der Liebe – es ist seine eigene oder vielleicht die seiner Eltern –, allerdings dringt er damit nicht zu ihr durch, weil sie die Zweisamkeitssprache braucht. Statt so viel im Haushalt zu helfen, wird er in Zukunft mehr Zeit für gemeinsame Stunden haben und wissen, dass dies nicht vergebens sein wird!

In einer partnerschaftlichen Beziehung versuchen wir in der Regel, dem anderen etwas zu geben und ihm unsere Liebe zu zeigen. Deshalb handeln wir eben nicht gegen uns, selbst wenn wir Dinge tun, die uns nicht besonders liegen – z. B. Staubsaugen, Blumen schenken oder den Partner umarmen. Im Gegenteil: Wir machen einen Menschen glücklich und beeinflussen damit auch unser Wohlbefinden. Chapman schlägt in seinen Beispielen den Paaren oft vor, sie sollen aufschreiben, was ihnen am wichtigsten ist. Was würde ihren Liebestank auffüllen? Oft sind die Antworten beschränkt auf wenige Dinge, z. B.:

  • „Mir würde es schon reichen, wenn sie Montag bis Freitag frisch kocht und es mit dem Essen nicht länger als eine halbe Stunde dauert, wenn ich von der Arbeit komme.“ Oder:
  • „Wenn ich nur einen Abend in der Woche hätte, an dem der Fernseher aus bleibt und wir uns unterhalten könnten, wäre ich glücklich.“ Oder:
  • „Ich wünsche mir nur, dass sie mich umarmt, wenn ich aus dem Haus gehe und dass sie mich drückt, wenn es mir schlecht geht.“

Im ersten Beispiel (Sprache Hilfsbereitschaft) muss es also nicht die ganze Palette an haushalterischen Taten sein, damit sich der Liebestank füllt. Im zweiten Beispiel (Sprache Zweisamkeit) muss es nicht jeden Abend zum Zwiegespräch kommen. Im dritten Beispiel (Sprache Zärtlichkeit) ist nicht andauernd Körperkontakt erforderlich, damit sich der andere geliebt fühlt. Hier hilft es also – wie immer – darüber zu sprechen, was man braucht, um sein Bedürfnis nach Liebe stillen zu können.

Die zentrale Aussage von Chapmans Buch über die partnerschaftliche Liebe ist: Verliebtheit können wir nicht beeinflussen, sie bricht einfach so über uns herein und beflügelt uns. Die Liebe ist hingegen das, wozu wir uns bewusst und freiwillig entscheiden (müssen) – und zwar täglich!

Damit endet meine Blog-Serie zu den Sprachen der Liebe. Da ich aktuell noch keine Idee für eine neue Serie habe, gibt es eine kleine Pause – Anregungen sind herzlich willkommen!


zum nächsten Artikel
zum vorherigen Artikel

simplify your life

Holen Sie sich mit dem gedruckten Beratungsbrief "simplify your life" jetzt das echte simplify-Erlebnis. Hier die aktuelle Ausgabe und GRATIS-CD sichern.

Ganz einfach Dunja

Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

Gratis E-Mail Newsletter

Gratis Download:

Best of simplify Gratis-Download

Jetzt für kostenlosen Newsletter eintragen und Sofort-Download sichern. 100% Gratis!