11.05.2015

Die verflixten Zettel


Mein Verhältnis zu Notizzetteln ist ein ganz besonderes. Mal ist es ein abgerissener Zeitungsschnipsel, auf dem eine Telefonnummer steht. Oder ein vollgekritzeltes Post-it, das noch ein bisschen Raum frei für eine weitere Botschaft hat. Oder ein Reststück eines besonders schönen Papiers, auf das ich mit Freuden eine klein To-do-Liste schreibe. Das Ergebnis meines Verhältnisses: Das Chaos ist perfekt!

Dabei schreibe ich bereits das zehnte Jahr für simplify und habe schon etliche Tipps ausprobiert, um meine Notizen zu ordnen! Die Bürokauffrau Andrea Drexl, die mit Leidenschaft ihren Blog „So little time“ betreibt, kennt mein Problem selbst ganz gut. Sie hat ihm den heutigen Gastbeitrag gewidmet:

„Dein Schreibtisch ist aber schon recht chaotisch. Nase rümpfend besah sich meine Kollegin mal wieder das Chaos, das ich meinen Arbeitsplatz nannte.

Auf ihm stapelten sich bunte Post-its, Blätter in diversen Größen, abgerissene Papierstreifen und mindestens zwei Blöcke. Kurzum: Es sah aus wie auf einem Schlachtfeld.

Irgendwie hatte sie ja recht, aber konstruktive Kritik ging definitiv anders. Denn eine andere Lösung für mein Problem, nein, die hatte sie auch nicht. Es war nicht so, dass ich nicht alles versucht hätte. Im Pultordner verlor ich den Überblick. Separate Mappen bedeuteten aus den Augen, aus dem Sinn. Klarsichtfolien rutschten mir vom Tisch. Außerdem nervte es mich, dass ich jede immer umständlich füllen und dann wieder leeren musste.

Es blieb also dabei: Jeder Quadratzentimeter meines Schreibtisches war entweder bedeckt mit Klebezetteln oder gut gefüllt mit Stapeln.

Es fiel mir auch ungeheuer schwer, zu unterscheiden, ob jetzt das eine rote Post-it oder das andere rote Post-it höhere Priorität hatte.

Beide sagten sie mir das gleiche: Schau mich an! Ich bin wichtig!

Zum Glück stolperte ich ungefähr zur gleichen Zeit über ein Seminar, das im internen Weiterbildungsheft zu finden war. Den genauen Titel kann ich nicht mehr rekonstruieren, er war wirklich etwas sperrig. Das Seminar versprach aber vollmundig „mehr Organisation im eigenen Büro“.

Es schien definitiv für mich gemacht zu sein. 

Meine Chefin war schnell überzeugt. Ich glaube aber, das war deshalb, weil sie es satt hatte, dass wichtige Post-its zusammen mit einem Blatt Papier, an das sie sich angeheftet hatten, im Papierkorb landeten.

Wirklich erstaunt hat mich dann, dass jede einzelne Teilnehmerin des Seminars das gleiche Problem hatte wir ich: Nämlich einen Zettelfriedhof statt eines Schreibtischs. Und ich habe mich im Nachhinein oft gefragt, ob die Lösung einfach zu offensichtlich war, als das wir selbst hätten auf sie kommen können.

Ein Arbeitsbuch sollte es sein, keine Müllhalde mehr. Keine verpassten Termine, keine verlorenen Telefonnummern mehr. Es klang zu schön um wahr zu sein.

Das Prinzip ist rasch erklärt: Die eigenen Aufgaben trägt man handschriftlich ein, Post-its, die man zugeschustert bekommt, werden eingeklebt – zur Not mit Tesa. Das A4-Buch wird auch nie vom Tisch entfernt, damit man nicht die Ausrede hat, es vergessen zu haben.

Ich könnte stundenlang von meinem Arbeitsbuch schwärmen, sage aber nur so viel: Inzwischen habe ich mir auch für den heimischen Schreibtisch ein Buch angeschafft, in das ich private Termine eintrage, Rechnungen einlege und die restlichen Post-its klebe, die ich einfach nicht wegwerfen mag.

Auch für meine Selbstständigkeit gibt es ein Buch. Seit neuestem auch eines für mein Buchprojekt.

Jedes erfüllt einen eigenen Zweck und wird unterschiedlich befüllt und gestaltet, das Bürobuch recht nüchtern und einfarbig, das Projektbuch durchaus auch verspielt und bunt. Aber das Prinzip bleibt immer das gleiche.

So läuft das nun schon seit 3 Jahren und ich möchte nicht mehr zurück.

Jetzt muss ich nur noch meinen Freund von meinem Konzept überzeugen, der ist nämlich ein (Hoch)Stapler, wenn es um seinen Schreibtisch geht.

Sie auch?“

Also, wenn sie mich meint, trifft das ganz bestimmt zu. Auch wenn meine Stapel nur die Größe eines Einfamilienhauses erreichen. Die Idee des Arbeits- oder auch Superbuches ist absolut simplify. Und so werde ich es einfach noch mal versuchen, mich in der Schnipselbeschriftung zu disziplinieren!


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Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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