03.01.2014

Ein Scherbenhaufen


Am Neujahrstag übermittelte mein Radiosender diverse Grüße von Hörern an Hörer. Alle wünschten sich ein frohes neues Jahr, grüßten ihren Schatz oder ihre Liebste, so wie man das eben kennt. Bis der Moderator dann eine Nachricht von einer Hörerin vorlas: Es gebe auch Menschen, die würden an Neujahr vor einem Scherbenhaufen sitzen und wüssten nicht, wie es in 2014 weitergehen sollte. Ehe kaputt, Beziehung auseinander, Verwirrung im Kopf, bei Null anfangen.

Über das Bild habe ich noch etwas nachgedacht. Und ich habe mich gefragt, was man mit einem Scherbenhaufen so alles anfangen kann.

1. Man kann ihn zusammenkehren und in die nächste Tonne schmeißen. Dann so weitermachen wie bisher und so tun, als sei nichts gewesen. Sich den nächsten Partner oder die Partnerin angeln und warten, bis man wieder vor einem Scherbenhaufen sitzt.

2. Man kann ihn zusammenkehren und als Häufchen irgendwo in die Ecke schieben. Dann jeden Tag daran vorbeilaufen, wieder an ihn denken und sich selbst bemitleiden.

3. Man kann ihn zusammenkehren, in einen Eimer füllen und dem Ex-Partner bzw. der Partnerin in den Vorgarten kippen: „Hiermit gebe ich dir all das zurück, was mir nicht gut getan hat!“ Dabei ist die Haltung wichtig: „Ich tue das nicht gegen dich oder gar aus Rache, sondern für mich.“

4. Man kann den Scherbenhaufen liegenlassen und sich jeden Tag eine Scherbe herausnehmen. Dann betrachten: „Wofür stehst du? Für welche Verletzung oder für welches Bedürfnis, das nicht erfüllt war?“ Die Scherbe lässt sich anfassen. Man kann ihre scharfen oder spitzen Kanten erfühlen, sich mit ihr unterhalten. Und wenn man das Gefühl hat, man braucht sie nicht mehr, schmeißt man sie weg.

5. Man kann auch die Scherben sortieren und wieder zusammenfügen zu einem Ganzen. Man kann das Ganze dann in Ehren halten, auf einen Sockel stellen und die Bruchkanten übersehen. Vielleicht entsteht aber auch etwas Schönes, Neues daraus. Wer weiß?


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Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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