12.07.2013

Erntehelferinnen


„Möchtest du noch Kirschen haben?“, fragte mich neulich meine Nachbarin. „Ja, gerne“, freute ich mich. „Du kannst noch viel mehr haben und dir pflücken“, zeigte mir, dass sie davon genügend hat. „Ach danke“, wiegelte ich ab, „ich komme mit der Ernte im Garten sowieso nicht hinterher!“ „Ja, so ist das“, schmunzelte die Nachbarin, der ich gleich darauf sechs Eier hinüberbrachte.

Früher hatte ich mich um die Ernte aus dem Garten kaum gekümmert: Wenn ich wollte, pflückte ich zum Direktverzehr ein paar Himbeeren hier oder Erdbeeren dort. Das Einsammeln hatte meine Großmutter mit ihren Schwestern übernommen. Ich erinnere mich, dass sie im Sommer immer wieder zusammensaßen, um Obst und Gemüse zu putzen, zu zerkleinern, einzumachen oder einzufrieren. Zeitweise waren vier Frauen im Haus, um die Ernte zu versorgen.

Heute sind die Strukturen freilich etwas anders. Man lebt nur selten mit der Familie an einem Ort, ist viel auf sich alleine gestellt. Obst und Gemüse gibt es aus dem Supermarkt, aber auch wieder häufiger aus dem urbanen oder Land-Garten. Wieso also die alten Traditionen nicht wieder aufleben lassen?

Wir trafen uns jedenfalls diese Woche mit drei Frauen, um einen Kirschbaum abzuernten, das Obst mit einem Gerät aus Omas Zeiten zu entsaften und gleich zu Marmelade oder Sirup zu verarbeiten. Alleine wäre das schwer zu bewältigen gewesen – und hätte nur halb so viel Freude gemacht. Der für mich markanteste Unterschied zu damals war: Wir sahen alles nicht so verbissen, gingen das Abernten gelassener an und gönnten uns dazwischen eins, zwei Sonnenpausen. Klar, denn anders als die Generationen vor uns sind wir nicht so sehr auf all das angewiesen. Ist die Marmelade leer, gibt es eine Riesenauswahl zu annehmbaren Preisen im Supermarkt ...

Die Zeiten haben sich eben gewandelt, doch die sich helfende Gemeinschaft hat immer noch einen hohen Wert!


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Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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