01.07.2013

Erotisches Bücherlesen


Einem Menschen ohne Bücher ist nicht zu trauen, findet die Sexkolumnisten Paula Lambert. Als ich das las, überlegte ich schnell, ob nach meinen vielen Ausmistaktionen überhaupt noch Bücher in meinem Regal stehen. Ja, ich bin mit Büchern. Auch wenn ich selten lange am Stück darin lese. Ich bin eher für kleine Häppchen, die ich während der Arbeit oder in einer Alltagspause verkoste.

Doch viel interessanter ist, wie Paula Lambert zu einer solchen Aussage kommt! Die steht in einem Interview, das die Macher der Kampagne „Vorsicht Buch!“ (vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels e. V.) geführt haben. Anlass ist das Ergebnis einer aktuellen Studie*: Bücherlesen ist prickelnd. Knapp 60 % aller Befragten empfinden Bücherlesen als aufregend (59,4 %), 15,6 % sogar als erotisch! Die noch größere Überraschung: Besonders hoch ist dieser Wert bei der „digitalen“ Generation der 20- bis 29-Jährigen. In dieser Altersgruppe stufen 21,4 % der Befragten das Bücherlesen als erotisch ein.

Eine Auswirkung von Shades of Grey, Crossfire & Co.? Oder doch eine Entwicklung, die durch Bücherlesen sinnliches Kopfkino wiederentdeckt, weil es eben das größte Sexualorgan des Menschen anspricht - das Gehirn. Deshalb fragte Vorsicht Buch! bei Deutschlands bekanntester Sex-Kolumnistin Paula Lambert nach, wie es sich mit Buch und Erotik denn genau verhält. Als erstes wollte Vorsicht Buch! sissen, ob Frau Lambert damit gerechnet hätte, dass so viele Deutsche das Lesen erotisch finden.

Paula Lambert: Es gibt ja weniges, was erotischer ist, als ein Mensch, der sein Gehirn benutzt. Lesen ist auch deshalb so sexy, weil es, anders als Fernsehen, eine aktive Tätigkeit ist und die Fantasie anregt. Und deshalb wirken geschriebene erotische Szenen auch länger nach. Die maximale Stimulation. Überhaupt ist einem Menschen ohne Bücher nicht zu trauen. Ich habe ein paar Mal mit Männern angebandelt, die Lesen für reine Zeitverschwendung hielten - diese Herren waren wirklich Zeitverschwendung.

Vorsicht Buch: Wie erklärst Du Dir, dass in der Altersgruppe von 20 bis 29 Jahren der Wert mit 21,4 % sogar am höchsten ist? Auch bei den 14- bis 19-Jährigen sowie bei den 30- bis 49-Jährigen steht Lesen als erotischer Nervenkitzel hoch im Kurs.

Paula Lambert: Bücher helfen, die Persönlichkeit zu entwickeln. Mit Anfang Zwanzig, das wissen wir aus schmerzlicher Eigenerfahrung, ist es besonders wesentlich, sich in irgendeine Richtung zu orientieren. Nichts hilft mehr, als Träume, Frustration und totale Planlosigkeit mit Wissen und Träumen zu füttern, die man in Büchern findet.

Vorsicht Buch: Was macht Deiner Meinung nach die Erotik beim Bücherlesen aus? Ist es ausschließlich der Inhalt der Bücher oder ist das Lesen an sich ein erotisches Erlebnis? Was sind Deine Tipps für einen heißen Abend mit Buch?

Paula Lambert: Das Lesen an sich ist schon ein intimer Akt. Das erklärt auch, warum so viele Menschen am liebsten auf der Toilette lesen - ein Ort, an dem man idealerweise nicht gestört werden kann. Aber der Inhalt ist natürlich wesentlich. Worte dringen viel mehr ein als bloße Bilder. Und lösen größere Spannung aus. Wer liest, hat eine größere Chance, am gleichen Abend noch mit seinem Partner intim zu werden als jemand, der sich vorher vom Fernseher volldröhnen lässt. Das nur als Tipp.

Den lohnt es sich zu merken! Ich überlege mir derweil, welches Buch ich mir als nächstes vorknöpfe. Meinen Erziehungsratgeber lege ich wohl erst einmal auf die Seite ...!

* Umfrage im Rahmen der Kampagne "Vorsicht Buch!", eine Initiative der deutschen Buchbranche. Durchgeführt wurde die Umfrage im März 2013 von Research Now®. Auftraggeber der Umfrage ist der Börsenverein des Deutschen Buchhandels e.V.


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