22.04.2013

Es gibt Bücher, die keine sind


Heute richte ich mich mit einer Frage an euch. Genau genommen sind es gleich mehrere: Was ist das? Was soll das? Was bringt mir das? Vielleicht könnt ihr mir weiterhelfen. Denn rein zufällig bin ich bei einem Aufenthalt bei amazon.de einem Buch begegnet. Ich klickte es deshalb an, weil es einen seltsamen Titel trägt und vergleichsweise viele Rezensionen erhalten hat, 144 an der Zahl. „Das muss ja etwas Besonderes sein“, schloss ich daraus.

Das Problem ist nur: Ich kann nichts damit anfangen!? Das Buch heißt „Mach dieses Buch fertig“ und ist von Keri Smith. Es fordert die Besitzerin oder den Besitzer dazu auf, alles mit diesem Buch zu veranstalten, was man sonst nie mit einem Buch machen würde: Seiten herausreißen, zerknittern, kauen, beschmutzen, beschmieren, bekleben und so weiter. Im Prinzip geht es darum, es zu zerstören und gleichzeitig etwas Kreatives zu erschaffen.

Die Autorin fordert mich dazu auf, Obstaufkleber, Büroutensilien oder die Briefmarken meiner Post einzukleben, Pflanzen zu pressen, mit Klebstoff zu schreiben, etwas Hässliches zu malen, ein Wort mehrmals zu schreiben und dergleichen mehr. Sie stellt Kreativaufgaben, die höchst ungewöhnlich sind. Wer will, kann sich hier die Kundenbilder ansehen und ein Bild machen, wie das aussehen kann. Die Ergebnisse sind teilweise beachtlich. Das Ganze erinnert mich ein wenig an die Hausaufgabenhefte aus meiner Teenagerzeit, die ich auf ähnliche Art und Weise kreativ verzierte.

Wenn ich den Rezensionen Glauben schenken darf, ist das Buch gut gegen Langeweile und ein Schnellstarter im Sinne von „aufklappen – loslegen“. Vielleicht bin ich zu alt dafür? Vielleicht verkenne ich auch das Potenzial und das Buch wirkt genauso gut wie Unkrautjäten im Garten (siehe meinen Blog-Beitrag von Samstag)?

Interessant finde ich die Gegenüberstellung der ersten Rezensentin, denn es gibt offenbar ein weiteres Buch mit ähnlicher Absicht: „KeinBuch. 86 Dinge, die du schon immer mit einem Buch tun wolltest, aber nie durftest“ von mixtvision. Wie ich lese, gibt es darin mehr Gesellschaftsaufgaben, also Aufgaben, bei denen ich meine Freunde einbeziehen kann. Auch das haben wir mit unseren Hausaufgabenheften früher immer wieder gemacht: Freundinnen haben eingetragen, in wen sie gerade verliebt waren, worauf sie keinen Bock hatten oder welchen Lehrer sie hassten.

Wie ich lese, werden die Bücher gerne als Erziehungsmaßnahme verschenkt an Kinder, die mit „echten“ Büchern gerne mal zerstörerisch umgehen, an Leute, die einen Sauberkeitsfimmel haben, oder an solche, die ausgeliehene Bücher mit Eselsohren und undefinierbaren Flecken wieder zurückgeben ...

So, nun bin ich ratlos. Soll ich diese Bücher gut finden?


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Ganz einfach Dunja

Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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