14.05.2012

Es ist der da, der mich so wütend macht!


Es hat meistens etwas mit uns selbst zu tun, wenn wir mit einem anderen Menschen nicht klar kommen. Wir sagen zwar: „Der ist uns nicht sympathisch“. Vermutlich weil es einfacher ist, die Schuld auf andere zu schieben. Doch in Wahrheit können wir selbst etwas tun, um keine unangenehmen Gefühle gegenüber dem anderen zu produzieren. Luc Nicon hat in seinem Vortrag am 10. Mai in Freiburg über die von ihm begründete Technik „Tipi“ gesagt, wie wir ins Tun kommen.

Es ist ganz einfach – dies war die Botschaft des Abends. Das, was er vorschlägt, heißt auch nicht Tipi. Es ist ein ganz natürlicher Ablauf, den jeder von uns anstupsen kann. Das Wissen darüber verbreitet sich relativ schnell, gerade aktuell in den USA. Das spreche dafür, dass es einfach und wirkungsvoll sei, sagte Luc Nicon sinngemäß.

Er forderte jeden dazu auf, es selbst auszuprobieren: Wer gerade in einer unangenehmen Emotion stecke, könne sich die Frage stellen: „Was geschieht in meinem Körper?“ – und schon würden die Emotionen unterbrochen werden. Wer dann noch die Möglichkeit habe, die Körperempfindungen sich verändern zu lassen, bis sie sich beruhigt haben, könne sein aktuelles Problem auflösen. Der Grund: Damit können wir die Wurzel der emotionalen Schwierigkeit identifizieren und deaktivieren.

„Es ist ganz egal, woran Sie glauben, ob Sie es glauben oder nicht: Es funktioniert. Probieren Sie es aus“, meinte der Tipi-Begründer. Was er zufällig entdeckt hatte, erforschte er. Und er fragte sich: „Wie kann ich den Menschen helfen, denen es nicht möglich ist, in einer akuten Situation in den Körper hineinzuspüren?“ Aus dieser Anforderung heraus entwickelte er Tipi – die Technik, die es ermöglicht ein aktuelles Problem auch zeitversetzt aufzulösen. Das geht mithilfe eines Tipi-Coaches oder nach einem entsprechenden Training auch auf eigene Faust.

Ein Zuhörer auf dem Vortrag fragte Luc Nicon, ob er denn einmal erzählen könne, was er selbst auf dem von ihm beschriebenen Weg aufgelöst hätte. Luc Nicon lachte: Am Anfang dachte er, das helfe vor allem Menschen mit massiven Ängsten, Depressionen und Blockaden. Doch er hatte so etwas nicht. Also, warum solle er das an sich selbst ausprobieren? Er besann sich dann eines Besseren und fing an sich zu beobachten, ob und, wenn ja, welche emotionalen Schwierigkeiten er hätte. Und siehe da: Er wurde fündig.

Hier ein paar Beispiele, die Luc in seinem Vortrag nannte:

  • sich beim Autofahren über die anderen aufregen
  • einen Menschen total unsympathisch finden
  • ständig mit den Kindern streiten
  • unruhig werden, wenn die Bank anruft, weil das Konto in den Miesen ist

Das sind alles „Aufreger“, die gar nicht so schlimm erscheinen, eher klein. Wir bemerken sie kaum, weil sie irgendwie zu unserem Leben gehören. Doch sie können uns lähmen und blockieren, ohne dass wir es merken. Oder sie kosten uns schlichtweg Energie. Was haben wir zum Beispiel davon, uns über den lahmen Autofahrer vor uns aufzuregen? Schneller wird er dadurch nicht!

Diese beiden Punkte seines Vortrages waren für mich an diesem Abend zentral. Denn sie bedeuten in meinen Augen:

  • Eine Ressource, die in jedem von uns steckt, ist nichts Geheimnisvolles oder Risikohaftes – wenn wir wollen, können wir sie ganz einfach nutzen.
  • Auch noch so kleine Widrigkeiten des Alltags dürfen (und können) verschwinden, denn ohne sie kommen wir unserem eigentlichen Selbst viel näher.

Interessant war auch diese Antwort von Luc auf die Frage aus dem Publikum, ob man im Alltag nun ständig innehalten und auf den Körper schauen müsse: Als er fünf-, sechs-, siebenmal eine Schwierigkeit auf seinem Weg aufgelöst hatte, befürchtete er selbst: „Geht das nun ständig so weiter?“ Bis er feststellte, dass er plötzlich viel weniger Schwierigkeiten im Leben hatte und immer gelassener wurde. Der Grund: Mit dem Deaktivieren einer Wurzel würden sich meist mehrere emotionale Schwierigkeiten auflösen. Er habe seine Erfahrungen mit denen erfahrener Tipi-Coaches abgeglichen, und es stellte sich heraus: Mehr als 15 bis 20 erfolgreiche Sitzungen seien offensichtlich nicht notwendig. Wobei immer mal wieder im Laufe des Lebens eine neue, bisher unbekannte emotionale Schwierigkeit auftauchen kann.

Weitere Informationen über die natürliche Ressource und Tipi gibt’s hier auf www.tipi-coaching.com.


zum nächsten Artikel
zum vorherigen Artikel

simplify your life

Holen Sie sich mit dem gedruckten Beratungsbrief "simplify your life" jetzt das echte simplify-Erlebnis. Hier die aktuelle Ausgabe und GRATIS-CD sichern.

Ganz einfach Dunja

Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

Gratis E-Mail Newsletter

Gratis Download:

Best of simplify Gratis-Download

Jetzt für kostenlosen Newsletter eintragen und Sofort-Download sichern. 100% Gratis!