20.09.2011

Es ist Zeit für ein simplify Versicherungsdeutsch!


Heute hätte ich eigentlich einen Termin mit Herrn S. haben sollen. Herr S. rief mich vergangene Woche an, er wolle mir einen Vorschlag für meine private Vorsorge machen, er sei spezialisiert auf meine Berufsgruppe. Da gäbe es gerade besonders tolle Konditionen. Ich winde mich bei solchen Telefonaten zwar immer wie ein Aal. Aber Vorsorgen ist nun mal wichtig und irgendwie sah ich mich gegen Ende des Gesprächs einen Termin in den Kalender eintragen – für heute.

Herr S. schickte mir einen Tag später eine E-Mail zur Bestätigung, mit ein paar Infos zu dem Angebot, das er mir offensichtlich machen wollte. Ganz ehrlich: Ich verstehe nur Bahnhof! Die Rede ist vom Aufbau solider Finanzreserven in Form der freien Rückstellung für Beitragsrückerstattung, von der bisher erreichten Überschussbeteiligung, der Gesamtverzinsung, der Entwicklung von Bewertungsreserven, hoch volatilen Kapitalmärkten, dem aktuell niedrigen Neuanlagezins, der Deklaration von X % und einer Outperformance von Y %.

Meinen Termin mit Herrn S. habe ich nach einem Tag selbst auferlegter Bedenkzeit abgesagt.

Liebe Versicherungen,

ich will ja wirklich gerne für mein Alter vorsorgen! Ich sehe die Notwendigkeit und der Wille ist da. Aber ich verstehe ganz einfach nicht, was das alles heißt. Und in Dinge, die ich nicht verstehe, will ich nicht Monat für Monat mein Geld investieren.

So schiebe ich das Thema nun schon seit Jahren vor mir her. Zwischendrin habe ich wirklich mal eine Kleinigkeit abgeschlossen. Ich erinnere mich noch genau, dass mir der Vertreter ein Produkt anbieten wollte, bei dem ich am Jahresende selbst irgendwas hätte entscheiden können. Ob ich im kommenden Jahr mehr Risiko eingehen wolle oder nicht. Meine Antwort:

„Nein, das Produkt interessiert mich nicht. Ich bin eh nicht in der Lage, das zu entscheiden.“

„Aber das Produkt ist viel toller.“

„Ja, schön, doch was hilft es mir, wenn ich schlichtweg nicht verstehe, was ich wann zu tun habe?“

„Ich schicke Ihnen so ein Schreiben mal zu, damit Sie sehen, wie das aussieht.“

Er wollte einfach keine Ruhe geben ... Und ich wollte ganz einfach nur den einfachen Weg gehen. Und selbst der hat mich viel Zeit gekostet, weil ich mich als Laie stundenlang einarbeiten und mit ihm zahlreiche Fragen durchgehen musste. Damals hatte ich die Zeit, momentan habe ich sie nicht. Deshalb gibt es heute keinen Termin mit Herrn S.

Ein Kunde von mir ist unabhängiger Finanzberater. Und ich habe mir vorgenommen, dass ich mich künftig von ihm beraten lasse – wenn ich denn mal Zeit und meine Finanzen sortiert habe.

Übrigens gibt es im Internet Seiten, die Versicherungsdeutsch übersetzen (wollen). Leider erfolgt die Übersetzung in einem mindestens genauso schwierigen Deutsch oder es gibt einfach zu wenige Begriffe, die erklärt werden.


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Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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