04.01.2016

Familienkasse sorgt für Aufschrei beim Ausmisten


Herzlich willkommen im Jahr 2016! Vielleicht habt ihr schon bemerkt, dass ich mich in den vergangenen Wochen nur rund zweimal pro Woche hier gemeldet habe. Ich hatte einen Gang zurückgeschaltet und mir ein paar freie Stunden gegönnt. Dennoch war ich nicht untätig zwischen den Jahren! So habe ich zum Beispiel einer Freundin beim Umzug geholfen, einer anderen beim Keller ausmisten.

Was ich dabei in punkto Umzug gelernt habe, ist: Wer entrümpelt und gut packt, BEVOR die Umzugswägen anrollen, ist klar im Vorteil und hat motivierte Helfer!  Insofern kann ich jede Ausmistaktion nur unterstützen und habe mich bei meiner anderen Freundin gerne als neutrale Entscheidungsinstanz zur Verfügung gestellt.

Der Mond war günstigerweise am Abnehmen, was bekanntlich sehr dabei unterstützen kann, Altes los oder hinter sich zu lassen. Das Ausmisten macht zu zweit mehr Spaß als alleine – und es fällt leichter, sich von Gerümpel endgültig zu trennen.

Während wir so vor uns hinräumten, fragte mich meine Freundin, ob ich mich denn schon um mein Kindergeld gekümmert hätte. Kindergeld? Wie? Was? Ich verstand nur Bahnhof. Ich beziehe seit der Geburt meiner Tochter welches. „Hast du auch nicht mitbekommen, dass man die Steuer-ID seiner Kinder der Familienkasse melden muss, wenn man in 2016 noch Kindergeld bekommen will?“

„Ich? Nee.“ In diesem Moment bereute ich es ein wenig, dass ich kaum Nachrichten konsumiere. Vor allem, als meine Freundin weiter berichtete: „Du bekommst dann einfach nichts mehr! Musst vielleicht sogar etwas zurückzahlen!“ „Ja, informieren die mich denn nicht vor solch wichtigen Änderungen?“, fragte ich ganz ungläubig. „Nein“, sagte meine Freundin und rief mit ihrem Smartphone eine Seite auf, aus der sie sinngemäß folgendes vorlaß: „Bezieher des Kindergeldes werden nicht extra informiert. Man geht davon aus, dass sie sich selbst informieren und kümmern. Ganz so eng werde man es wohl bei den Familienkassen nicht sehen zum Jahresanfang. Aber wer es dann versäumt, die Steuer-Identifikationsnummer seines Kindes zu übermitteln, hat Pech. Das Kindergeld wird nicht mehr gezahlt und eventuell nachträglich eingezogen.“

Da stand ich nun am 29. Dezember 2015 und hatte keine Ahnung, wo die Steuer-Identifikationsnummer meiner Tochter sein soll. Außerdem hatte ich keine Chance mehr, die Nummer rechtzeitig vor Ablauf des alten Jahres zu übermitteln. Die Zeit verging, das Jahr schlug um auf 2016, und ich vergaß das Kindergeld. Bis zum heutigen Morgen, als mir bei der Buchhaltung das Wort „Steuer“ wieder in den Sinn kam.

Ich fand die Identifikationsnummer schnell im passenden Ordner und öffnete die Internetseite der Familienkasse bzw. der Bundesagentur für Arbeit. Hier musste doch irgendwo ganz fett und auffällig stehen, dass ich umgehend meine Nummer mitteilen muss! Steht es aber nicht.

Wenn man ein bisschen sucht, findet man einen entsprechenden Beitrag auf der BürgerInnen-Unterseite. Irgendwo finde ich auch eine Pressemitteilung mit folgendem Wortlaut:

Die Besorgnis ist unbegründet, dass die Kindergeldzahlung eingestellt wird, wenn bis zum 1.1.2016 keine Mitteilung der Steuer-Identifikationsnummer vorliegt. So ist es aktuell nicht erforderlich diese mitzuteilen oder die Service-Rufnummern der Familienkasse anzurufen.

Sollte die Steuer-Identifikationsnummer noch nicht bei der Familienkasse vorliegen, werden Kindergeldberechtigte im Laufe des Jahres 2016 von ihrer zuständigen Familienkasse kontaktiert. Kindergeld wird auch ohne Vorliegen der Steuer-Identifikationsnummer fortgezahlt.

Aha! Meine Freundin und ich sind also nicht die einzigen, denen die Sache hier zu wenig transparent ist und zu schnell geht! Allerdings stellt sich bei mir wieder leichte Verwirrung ein, als ich die passenden FAQs zur Änderung beim Kindergeld durchlese. Dort steht zwar, ich könne die Nummer nachreichen. Strenggenommen muss ich das. Aber ich erfahre nicht, wie das am schnellsten und einfachsten geht.

Auf die Frage „Wie mache ich das?“ erhalten Suchende sinngemäß zur Antwort: „Dann, wenn Sie sowieso Kontakt mit der Familienkasse haben.“ Hm. Den habe ich für gewöhnlich nie. Das heißt, ich muss die Nummer auf eigene Faust mitteilen. Telefonisch geht es nicht, soviel steht fest.

Also gut: Ich habe heute eine Mail geschickt mit allen Daten. Ich habe keine Ahnung, ob sie ankommt und registriert wird. Ich vermute, der Ansturm ist zurzeit sehr groß! Da lese ich doch lieber meinen Wasserzähler ab: Die Daten kann ich online ratzfatz übermitteln, ohne Tamtam und große Fragezeichen ...!


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Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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