23.04.2013

Fernsehen - eine Sucht?


Der „Tatort“ ist die beliebteste Krimiserie im deutschen Fernsehen – und bei mir im Freundeskreis immer mal wieder Anlass für Gespräche. Als wir uns am Wochenende über alte und neue Tatort-Kommissare unterhielten, fiel mir auf: Der letzte Tatort, den ich sah, war der aus Münster („Summ, summ, summ“), der Quotenhit vom 24. März. Nicht einmal Til Schweigers Debüt als Kommissar hatte ich mir angeschaut. Und auch sonst läuft die Flimmerkiste kaum noch, wie ich feststellte.

Während ich früher ziemlich viel und vieles konsumierte, hatte ich vor Jahren meine Auswahl eingeschränkt auf deutsche Produktionen. Das war eine Entscheidung, die mein Fernsehkonsum leicht reduzierte. Viel war es jedoch immer noch. Mit der Zeit erkannte ich, dass Fernsehen eine wunderbare Methode ist, die Flucht zu ergreifen. Wenn ich mich weder mit mir selbst noch mit dem auseinandersetzen will, was in meinem direkten Umfeld vor sich geht, schaue ich fern. Lasse mich berieseln. Lasse mich ablenken. Lasse meine Zeit vorüberziehen, bis ich wieder Dinge tun muss, die getan werden müssen. 

Ich habe einige Menschen getroffen, die ihren Fernseher abgeschafft haben. Bei der Frage nach dem Grund antworteten sie überraschend ähnlich: „Zu hoher Suchtfaktor!“ Ja, ich konnte das gut verstehen und mich trotzdem nicht überwinden, die Glotze rauszuschmeißen. Folglich ist das große Ungetüm – eines von der alten Generation – wieder mit umgezogen.

Und nun steht es in einem kleinen Durchgangszimmer, das wir wirklich fast nur dann nutzen, wenn jemand fern sieht. Man könnte sagen, es ist ein Fernseh-Zimmer, in dem die Kiste die meiste Zeit des Tages aus bleibt. Ich habe einmal gelesen, dass nach der altindischen Lehre des Wohnens, dem Vastu, der Fernseher im Nordwesten des Wohnungsgrundrisses stehen sollte. Der Nordwesten entspricht dem Element Luft, folglich würde man an einem solchen Platz nie lange verweilen, was sich günstig auf den Fernsehkonsum auswirken würde. Denn Luft bedeute Bewegung. Unser „Fernsehzimmer“ liegt genau im Nordwesten ...

Wie dem auch sei und woher es auch kommt: Ich genieße es, nicht mehr zu fliehen, sondern die alltäglichen Themen an mich heranzulassen, die gelöst werden wollen.


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