13.02.2012

Fich zu lieben, fich berühren ...


Für die Mehrheit der Deutschen ist der Rummel um den 14. Februar "kommerzieller Quatsch", fand das Magazin Reader's Digest mit einer repräsentativen Umfrage heraus. Nur 39 % halten es für einen "netten Brauch", dem Partner oder der Partnerin an diesem Tag mit roten Rosen, Pralinen oder anderen Überraschungen einen besonderen Liebesbeweis zukommen zu lassen.

Die höchste Ablehnung gibt es mit 68 % unter den 30- bis 39-Jährigen. Da darf ich mich also gerade noch dazuzählen. Nur von den Verliebten zwischen 14 und 29 Jahren ist die Mehrheit bereit, sich an diesem Tag etwas zu schenken. Das deckt sich auch mit meinen eigenen Erfahrungen: Mit 16 fanden wir den Valentinstag richtig toll!

Doch der Handel und viele Dienstleistungen zeigen dieser Ablehnung die kalte Schulter: Valentinstag wohin das Auge reicht. Jeder, der nur im Entferntesten etwas damit zu tun haben könnte, hat ein Angebot zum Valentinstag: frischen Atem fürs Küssen, Liebesnester für den Kurzurlaub, eine Schnellkur bei Rechtschreibeproblemen – für fehlerfreie Liebesbriefe – oder die Pizza für den romantischen Abend zu zweit.

Bei mir in der benachbarten Großstadt hat sich das Einkaufszentrum etwas Besonderes einfallen lassen: Dort werden kleine Blumentöpfe zu Tausenden angeboten – und zwar solche, die eine Liebes-Botschaft übermitteln. Da wäre zum Beispiel die blaue Glockenblume: „Unsere Herzen schlagen im gleichen Takt!“ Eine rote Rose („Du hast mein Herz gewonnen!“) gibt es absichtlich nicht, das kann schließlich jeder. Um die Aktion vorzubereiten, schickte das Einkaufszentrum vorher ein Lexikon der Blumensprache an alle Haushalte. Und ich hatte Gelegenheit, einmal nachzuschauen, welche Botschaften ich zum Glück oder leider noch nie bekommen habe.

Schön ist z. B. das Maiglöckchen: „Deine Holdseligkeit hat mich beim ersten Anblick entzückt!“ Und wer hätte das von den roten Nelken gedacht? „Ich liebe dich heiß und innig“, wollen sie sagen! Vorsicht ist geboten bei der Winde: „Mich wirst du nicht los!“ oder bei der Hagebutte: „Ich verstehe dich nicht mehr!“ Interessant finde ich die Hyazinthe, die ebenfalls bei der Töpfchen-Aktion verkauft wird: „Deine Kälte lässt mich verschmachten!“

Bei der Iris, die jeweils in den Farben blau, gelb, rot und weiß vorgestellt wird, ist folgendes zu lesen: „Mit meinem ganzen Sein stehe ich zu Fir“, „Jederzeit stehe ich voll stolzesten Glückes für Fich ein“, „Nicht um mein Leben könnte ich Fich lassen“ oder „Unbeirrbar und für immer stehe ich zu Fir“. Puh, da hilft selbst eine Rechtschreib-Erste-Hilfe nicht mehr! Ein Dingerchen ist beim Schreiben wohl mehrfach nach rechts gerutscht. Ob der Verfasser mit der Iris ein Problem hatte? Ich fühle mit! Wie heißt es doch so schön? Wer einen Fehler findet, darf ihn behalten. Danke, kein Bedarf, ich mache sicher selbst genug. Ich gebe sie einfach weiter ...

Viel Freude bei den Valentinstag-Vorbereitungen!

(Die Lexikon-Einträge entstammen der Zeitungsbeilage „Ettlinger Tor Aktuell“ vom 5. Februar 2012)


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Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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