13.12.2011

Frauen, sprecht männlich!


Die Online-Partnerbörse ElitePartner hat eine Umfrage gemacht und das Ergebnis bekannt gegeben. Als ob wir es nicht schon längst gewusst hätten (Man/n lese nur den Blog-Beitrag „Ein Frauenversteher packt aus“): Indirekte weibliche Kommunikation macht Männer wahnsinnig!

Einfach geradeheraus sagen, was frau will: Das ist NICHT einfach! Ich horche einmal kurz in mich hinein und frage mich, warum das so schwierig ist. Ganz spontan fällt mir eine Bemerkung meiner Mutter ein. Als Teenager rief ich einen Ingenieur wegen eines Praktikums an und sagte gleich nach meiner Grußformel, was ich von ihm wollte. „Dunja, du kannst nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen! Der arme Mann!“, schalt mich meine Mutter damals. Meine Lektion hatte ich an diesem Tag gelernt: Sage nie direkt, was du willst. Finde immer ein paar Worte mehr, um alles schön einzupacken.

Wenn ich so weiterhorche, komme ich außerdem an einen sehr sensiblen Punkt: Sage ich ganz direkt, was ich meine oder will, setze ich mich der Gefahr aus enttäuscht zu werden. Ich mache mich verletzlich. Sage ich statt "Das Armband von Susi ist aber hübsch!" (ein Beispiel von ElitePartner) zu meinem Liebsten „Ein Armband wie Susi es hat, wünsche ich mir von dir zu Weihnachten“, passiert doch folgendes:

  • Er weiß, was ich will (was ja grundsätzlich positiv ist).
  • Er fragt sich, ob er das auch will (vielleicht findet er es ganz hässlich).
  • Er fragt sich, ob er sich das leisten kann und will (die Susi verdient immerhin einen Haufen Kohle, sein Gehaltspotenzial ist noch nicht voll ausgeschöpft).
  • Er fragt sich, ob ich ihm das Wert bin.
  • Er fragt sich, ob er mir überhaupt etwas schenken will, muss oder soll.
  • Er entscheidet sich dafür – oder dagegen.
  • Und ich erwarte, dass ich dasselbe Armband bekomme wie Susi, weil ich ja direkt kommuniziert habe.
  • Kriege ich es, freue ich mich darüber und fühle mich bestätigt darin, einfach das zu sagen, was ich denke.
  • Kriege ich es nicht, stelle ich die direkte Kommunikation direkt wieder in Frage. Und ich bin enttäuscht.
  • In diesem Fall entscheide ich mich künftig für die indirekte Variante. Die dämpft meine Erwartungen, da ich ja nie weiß, ob er das so gehört hat, wie ich wollte, dass er es hört.

Allerdings: An meinem Grad der Enttäuschung ändert das erfahrungsgemäß nicht viel. Denn von einem Mann, der nicht hört, was ich eigentlich nie gesagt habe, kann ich nur maßlos enttäuscht sein ...

Übrigens gibt es noch mehr Dinge, die Männer an Frauen nerven! Dass frau nicht konkret sagt, was sie will, stört 74 % der Befragten und steht damit auf Platz 1. Mit Platz 2. und 3. gehe ich gar nicht in Resonanz (es nervt, wenn sie ihn warten lässt oder wenn sie seine Sachen umräumt und er sie nicht mehr findet). Das können die Männer schon alleine regeln, wie ich finde (vielleicht durch direkte Kommunikation?). Gut, dass wir vor dem vollen Kleiderschrank sagen, wir hätten nichts zum Anziehen (Platz 4): Das ist nun mal so! Zum Shoppen gezwungen habe ich persönlich noch keinen Mann (Platz 5).

Nun wird’s spannend! Platz 6! Ich grinse, wenn ich mir das bildlich vorstelle: 17 % stört, wenn sie ihn beim Filmgucken fragt "Warum macht der das?" oder "Wo kommt der jetzt her?" Sind wir wirklich so doof? Oder sagen wir vielleicht einfach nur ganz direkt, was wir gerade denken? Schade, dass das an dieser Stelle offenbar nicht honoriert wird! Bei Platz 7 wollen wir es wiederum genau von den Männern wissen: wenn wir sie nach dem Sex fragen, was sie denken. Das scheint laut Umfrage auch nicht Recht zu sein.

Bei Platz 8 amüsiere ich mich dann wieder köstlich: Ihn nervt, wenn sie langsam Auto fährt und lange zum Einparken braucht. Zum Glück entlarven die Statistiken, dass Frauen (langsam) sicherer fahren. Wozu also der ganze Nervenkitzel? Außerdem kenne ich mindestens einen Mann, der nicht einmal vorwärts in einen normalen Parkplatz mit weniger als drei Versuchen gescheit einparken kann. In der Zeit habe ich schon dreimal rückwärts am linken Einbahnstraßenrand eingeparkt.

Nun gut, zum Abschluss möchte ich diesen Tipp von ElitePartner gegen Festtags-Zoff nicht vorenthalten:

Frauen, sprecht männlich!

„Männer drücken meist direkt aus, was sie wollen“, erläutert Paarberaterin Lisa Fischbach von ElitePartner.de. „Ihnen fällt es leichter, deutliche Appelle wie „Holst Du bitte die Ente aus der Küche“ zu formulieren. Da sie darin geübt sind, strengt es Männer an, aus indirekten Botschaften den wahren Kern herauszuhören. Für Frauen ist es daher empfehlenswert, manchmal einen männlichen Sprachcode zu verwenden, wenn sie schnell ans Ziel kommen wollen.“


zum nächsten Artikel
zum vorherigen Artikel

simplify your life

Holen Sie sich mit dem gedruckten Beratungsbrief "simplify your life" jetzt das echte simplify-Erlebnis. Hier die aktuelle Ausgabe und GRATIS-CD sichern.

Ganz einfach Dunja

Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

Gratis E-Mail Newsletter

Gratis Download:

Best of simplify Gratis-Download

Jetzt für kostenlosen Newsletter eintragen und Sofort-Download sichern. 100% Gratis!