30.05.2012

Früher war alles besser: Eheprobleme


Gleich der nächste Beitrag im Hausfreund-Kalender von 1966 ist wieder eine wahre Fundgrube für mich. Es geht um Eheprobleme bzw. darum, wie eine Ehe gerettet werden kann. Heute versuche ich das Wort „Ehe“ durch „Partnerschaft“ zu ersetzen, denn im Gegensatz zu früher sind die Menschen noch lange nicht (oder nicht mehr) verheiratet, wenn sie zusammenleben. Da hat sich in 45 Jahren einiges verändert.  

Wie dem auch sei: Der Untertitel des Beitrags lautet „So gewinnt eine verlassene Frau ihren Mann wieder zurück“. „Das gibt es doch nicht“, denke ich beim Lesen. „Das hört sich sehr nach simplify an!“ Und siehe da, ich werde fündig! Es gab einmal einen simplify-Beitrag mit dem Titel: „Wie eine Frau ihren Mann zurückgewinnt ...“   

Auch ansonsten kommt der 1966er-Beitrag gut strukturiert daher: Es gibt „Fingerzeige für die Frau“ und „Richtlinien für den Mann“, jeweils mit Unterpunkten als Aufzählung. Eines möchte ich noch vorwegschicken, bevor ich auf die einzelnen Fingerzeige und Richtlinien eingehe: den Irrtum. Darauf ist nämlich laut Beitrag das Scheitern der Ehe zurückzuführen. Wenn es nicht mehr funktioniert zwischen Mann und Frau, müssen „Irrtümer schon vor der Ehe begangen worden sein“! Immerhin scheint die Ehe trotzdem nicht verloren, wenn die Partner fähig sind, aus den Irrtümern zu lernen.  

Die Fingerzeige für die Frau – von mir kurz gefasst und auf den Punkt gebracht:  

  • dem Mann Komplimente machen und Anerkennung für seine Arbeit schenken
  • am Morgen oder bevor er zur Arbeit geht NIE über Geld reden
  • um Geld (für persönliche Zwecke) bittet Frau gegen Abend oder nach einem selbst gekochten, wohlschmeckenden Sonntagsessen
  • den Mann niemals auslachen, auch nicht, wenn er abstruse Zukunftsvisionen hat
  • dem Mann ab 45 täglich sagen, dass er viel jünger aussieht als er ist
  • die Vergangenheit des Mannes stets unangetastet lassen, ihm niemals vorhalten  

Uff! Angesichts dieses Inhaltes bin ich froh, dass ich in der heutigen Zeit lebe! Das soll gegen die Ehekrise helfen und das Komödienspiel beenden? Ich bin da anderer Meinung ...  

Die Richtlinien für den Mann – von mir kurz gefasst und auf den Punkt gebracht:

  • niemals laut werden, auch nicht, um der „Närrin“ den eigenen Standpunkt endlich einmal klarzumachen
  • niemals von der Frau verlangen bzw. erwarten, dass sie sich logisch verhält oder unterwirft
  • nach der Arbeit nicht von den Sorgen dort erzählen, frühestens nach dem Essen
  • der Frau oft sagen, dass sie gut aussieht oder besser als andere, wenn sie sich Mühe gibt
  • die Frau niemals zurückweisen, wenn sie zärtlich werden will
  • mit der Freundin heftig flirten, wenn sie sich mit der Ehefrau verbündet und ihr den Rücken stärkt
  • der Frau niemals ihre Fehltritte vorwerfen  

Was die Erziehung betrifft, empfiehlt der Hausfreund eine klare Aufteilung: Die Frau erzieht die Kinder acht bis zehn Jahre lang, danach schaltet sich der Mann ein, wenn es um die Zukunft des Nachwuchses geht.

Danach folgt noch eine Aussage, bei denen sich mir wieder sprichwörtlich die Fußnägel aufrollen: „Die Frau muss immer so tun, als sei sie bei bester Gesundheit. Denn Männer lassen sich zwar gern als Kranke pflegen, hassen es aber über alle Maßen, Krankenwärter zu spielen.“ Mir fehlen die Worte. Tausend Gedanken habe ich dazu im Kopf, jede Menge Beispiele von älteren wie gleichaltrigen Frauen, die sich genau durch eine solche Prägung und Haltung das Leben schwer machen.

Nein, früher war nicht alles besser! Nicht in diesen Punkten!

Der Beitrag schließt zum Glück etwas versöhnlicher ab mit drei Ratschlägen von einem bekannten, nicht namentlich genannten Psychologen:

  • „Lernet streiten!
  • Erlernt die Kunst der Versöhnung!
  • Gewähret dem anderen mehr Freiheit!“

Lasse ich das so stehen und die Erläuterungen links liegen, stimme ich dem Fachmann aus heutiger Sicht fast uneingeschränkt zu. Für heute ist an dieser Stelle Schluss, meine Höchst-Dosis „Früher“ ist erreicht!


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