29.05.2012

Früher war alles besser: Jede Frau kann schön sein!


Gleich fünf Seiten widmet der Hausfreund-Kalender der Schönheit der Frau sowie kosmetischen Tipps von A bis Z. Was mir dabei auffällt: An vielen Stellen wird betont, dass die einfachsten Mittel die besten sind. Frau braucht also nicht alle Cremes, Gesichts- und Schönheitsmasken, wenn sie die wirksamen Klassiker kennt.

Was mir ebenfalls auffällt: Der Beitrag ist von großer Nutzwertigkeit! Die Redakteure geben ganz konkrete Tipps, was Frau tun kann. Das empfinde ich als erfrischend und klar, denn genau das vermisse ich bei den Zeitschriften von heute. Dort steht vielleicht: „Der Lidstrich muss sauber gezogen sein, sonst wird das nichts mit dem Flirt.“ Was ich aber tun kann, wenn ich darin unerfahren oder einfach zu ungeschickt bin, erfahre ich nicht. Im Hausfreund-Kalender steht’s: Ich setze in der Augenmitte an, ziehe den Lidstrich langsam nach außen, danach von der Mitte zum inneren Augenwinkel. So muss ich den Strich nicht in einem Schwung durchziehen. Ganz einfach!

Auch diesen Tipp finde ich klasse: „Das einfachste und billigste Augenbad besteht darin, bei der Morgenwäsche die Nase zuzuhalten, das Gesicht ins Wasser zu tauchen und die Augen unter Wasser mehrmals zu öffnen und zu schließen.“ Einleitend lese ich noch, dass ein Augenbad den Augen „besser als jedes Make-up Schönheit und strahlenden Glanz verleiht“. Nun, ich habe den Tipp noch nicht ausprobiert. Vielleicht sind Augenbäder mittlerweile auch als schädlich befunden worden. Doch mal ehrlich: Solche Tipps lesen wir heute selten!

Bei E wie „Entspannung der Füße“ schlägt der Verfasser eine Übung vor, von der ich weiß, dass sie auch heute noch förderlich ist. Ich mache sie oft spielerisch mit meiner Tochter: Gegenstände mit den Fußzehen aufheben. Das sei „nie so notwendig gewesen wie heute, wo wir durch falsches Schuhwerk und ständiges Asphalttreten die Füße mehr, als ihnen gut tut, strapazieren.“ Auch die Fußsohlen über ein Nudelholz oder eine Flasche am Boden rollen, soll Entspannung bringen. Wie einfach!

Wo Frau laut Hausfreund nicht auf Chemie verzichten kann, ist bei der Haarentfernung. Die erhältlichen Mittel seien „einfach und unschädlich in der Anwendung“. Ich lasse das mal so stehen. Köstlich ist die Beschreibung, warum Frau das tun sollte: „ ... gibt es kaum eine Entschuldigung für eine Frau, wenn sie im Sommer beim Hochheben der Arme einen unästhetischen Anblick bietet. Zudem wird der Eindruck auch des zauberhaftesten Sommerkleides durch solche ‚Enthüllungen’ gänzlich zerstört.“ Gedankt wird der Kosmetikindustrie auch in punkto „Lange Wimpern“, weil Frau diese nun nicht mehr mit Rizinusöl oder Spezialcremes züchten muss.

Neben zahlreichen Rezepten für Gesichtsmasken, Kräuterbäder oder Haarwasser hält das A bis Z der Kosmetik aus den 1960er-Jahren noch zwei Aussagen bereit, die wir auch heute noch blind unterschreiben können: Zu viel Sonnenlicht schadet der Haut und „Tiefschlaf ist eines der billigsten und wirksamsten Schönheitsmittel“. Na dann: Geruhsame Nacht!

(Zitate aus: Hausfreund-Kalender 1966, Klambt-Verlag, Speyer, S. 34-38)


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