19.07.2013

Fünfter Stock, Gewächshaus


Für diejenigen Leser, die es bis dato noch nicht wissen: Dunja hat, bevor sie zu schreiben begann, einmal Städtebau studiert. Zu meinen Studienzeiten machten wir uns viele Gedanken darüber, was mit ehemaligen Kasernenflächen militärischer Streitkräfte geschehen soll. Wie sind diese sinnvoll umzunutzen? Was lässt sich daraus gestalten und für wen?

Dann habe ich einen anderen Weg eingeschlagen. Von diesem aus blicke ich hin und wieder einmal auf Visionen, die sich im Städtebau ergeben. Gestern bin ich einer begegnet, die ich irgendwie spannend finde: Die niederländische Stadt Den Haag möchte in Zukunft leerstehende Büroräume zum Anbau von Gemüse nutzen, schrieb Heike Kreutz vom aid Infodienst. Das Konzept hat die Stadtverwaltung gemeinsam mit Partnern wie der Universität Wageningen und der Stiftung CropEye erarbeitet. CropEye ist eine unabhängige Stiftung, die auf Innovationen im Agrarsektor, insbesondere im Gewächshausanbau, spezialisiert ist.  

In vielen europäischen Städten stehen Büroräume leer und werden nicht sinnvoll genutzt. In Den Haag liegt der Anteil bei 11 %. Gleichzeitig steigt der Bedarf an nachhaltig produzierten Nahrungsmitteln. Eine Lösung könnte der Gartenbau in der Stadt sein, den das Projekt in Den Haag fördern möchte. Bereits im Herbst 2012 wurden Initiativen gegründet und ein Arbeitskreis gebildet, um das Vorhaben zu realisieren. In einem Wettbewerb treten Unternehmen gegeneinander an und entwickeln Pläne für die gärtnerische Gestaltung einer teilweise leer stehenden Büroeinheit.

Es stehen insgesamt 3.000 Quadratmeter auf zwei Etagen zur Verfügung, auf denen Gemüse, Obst, Kräuter und andere Lebensmittel angepflanzt werden sollen. Auch der Anbau von medizinischen Pflanzen ist denkbar. Das Bürogebäude 'De Schilde' in Den Haag liegt sehr zentral, sodass die Produkte vor Ort an die Bürger verkauft werden könnten - in einem Ladengeschäft, in einem Restaurant oder Café. Ernährungsbildungsmaßnahmen sollen das Projekt begleiten. Die Stadt bietet Unterstützung bei der Umsetzung der Pläne und beim Marketing. Noch bis Anfang Oktober 2013 können die Betriebe ihre Konzepte vorlegen.

Ich habe keine Idee, wie die Betreiber dieser Gärten das Bewässerungs- und Verdunstungsproblem meistern wollen – sind doch normale Büroräume für solche Bedingungen kaum ausgelegt. Auch in punkto Sonnenlicht wird es wohl kreative Ideen geben müssen, wenn ich mir die Innenaufnahmen der Räumlichkeiten anschaue ...

Wen’s interessiert, hier einige Links zum Projekt:

Niederländische Internetseite des Projekts „Stadslandbouw Den Haag“  

Ein englischer Text zum Projekt bei TheHague.com 

Ein Video auf Youtube zu Stadslandbouw Den Haag (niederländisch)


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Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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