13.09.2012

Gedanken über die Zeit


Als ich gestern über die Entschleunigung nachdachte, fiel mir auf, wie relativ doch die Zeit ist. Was rege ich mich über ein paar wenige Sekunden auf, die es länger dauert, bis der Fernseher angeht? Ich bin sicher, dass ich für die unwichtigsten Dinge manchmal viel mehr Zeit aufbringe, ohne mich darüber zu ärgern.

Jedenfalls ist meine Tochter gerade in einer Phase, in der sie versucht, die Zeit zu begreifen und zu erfassen. Für sie gibt es momentan nur schwarz oder weiß, sprich: kurz oder lang. Ein Gespräch sieht dann so aus:

„Mama, wie lange dauert es noch, bis wir zu Hause sind?“

„Zwei Stunden.“

„Wie lange ist das?“

„So lange wie zu Tante Ursula und Onkel Eberhard.“

„Ist das lang? Oder ist das kurz?“

„Ähm, ja, eigentlich ist es nicht so lang, aber dir mag es lang vorkommen ...“

Das ist der Punkt, an dem ich mir regelmäßig sprichwörtlich die Haare raufe! Für mich sind 2 Stunden nicht lange. Für ein Kind, das schon 3 Stunden im Auto sitzt, ist das ganz bestimmt lange! Wir führen diese Gespräche ja nicht nur über 2 Stunden, sondern auch über 30 Minuten oder 10 Minuten. In Relation zu den 10 Minuten ist eine halbe Stunde natürlich lang. Und für ein Kind, das es kaum erwarten kann, dass sein Besuch endlich kommt, ebenso. Da wären selbst 10 Minuten „lang“.

Als wir dieses Jahr in Urlaub waren, wollte die Zeit am ersten Tag einfach nicht vergehen. Jedes Mal, wenn ich auf die Uhr blickte – und das war selten –, war ich erstaunt, dass es immer noch so früh am Tag war. Wir waren mitten in der Nacht gestartet und lebten nach der Ankunft einfach nur in den Tag hinein. Das war so intensiv, dass gefühlt ganz viel Zeit vergangen sein musste. Die reale Zeit hingegen verstrich viel langsamer ...

Gestern Abend beim Zähneputzen kam mir eine Idee: Ich könnte „meine Zeit“ einmal genauso erfassen wie mein Geld. In einer Art elektronischem Haushaltsbuch. Ein Zeit-Haushaltsbuch. Nur aus Interesse. Wie in meinem Budget-Planer fürs Geld würde ich dann am Monatsende eine Tortengrafik vor mir haben, wie viel Zeit ich z. B. für die private Internetnutzung aufbringe, zum Fernsehen, zum Lesen, zum Quatschen, zum Arbeiten und so weiter. Da ich gerade mit viel Elan meine Finanzen wieder unter die Lupe nehme, würde es mich reizen, das auch mit meiner Zeit zu machen. Ihr wisst ja aus meiner Zeitmanagement-Serie: Hier gibt es noch Verbesserungspotenzial!

Wie ich das so schreibe, schaue ich parallel bei Google nach, welche Zeiterfassungsanwendungen es gibt. Mobile Zeiterfassung wäre wohl am zweckmäßigsten, damit mir möglichst wenig Zeit durch die Lappen geht. Mal sehen, ob ich meine Vision Wirklichkeit werden lasse. Es könnte ein bisschen länger dauern. Wobei „länger“ sicher relativ ist ...


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Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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