06.05.2013

Gedanken zum Anti-Diät-Tag


Heute ist Welt-Anti-Diät-Tag. Er soll uns vor Augen führen, wie überflüssig (und schädlich) Diäten und der ganze Schlankheitswahn sind. Je mehr wir diäten, desto schwerer fällt das Abnehmen. Außerdem bringt eine Diät in der Regel kaum Freude in unser Leben. Im Gegenteil: Während die anderen sich aufs Grillgut stürzen, knabbern wir missmutig an der Gurke oder dem trockenen Vollkornbrötchen und hoffen inständig, diese Phase möge bald vorüber sein. Kleidergröße 46 auch. Das ist sie dann möglicherweise für kurze Zeit, bis die alten Pölsterchen wieder aufgefüllt sind.

Diäten genießen einen schlechten Ruf – und doch werden sie überall angepriesen und ausprobiert. Weil es einfach scheint. Sich für einen bestimmten Zeitraum anders ernähren als sonst, schon purzeln die Pfunde. Doch wirkliches Abnehmen ist oft harte Arbeit. Nicht, weil man sich zurückhalten muss, sondern weil man sich Gedanken über sein Innenleben machen muss. Was verspreche ich mir davon, wenn ich abnehme? Habe ich ein Ziel vor Augen? Bin ich dann ein anderer Mensch? Und auf der Essen-Seite: Warum brauche ich gerade jetzt den Riesen-Schokopudding? Warum futtere ich mal eben die ganze Tüte Chips leer? Warum hole ich mir so oft einen Nachschlag? Was ist es, das ich eigentlich so dringend brauche?

Essen hat viel mit Emotionen zu tun. Ich kenne jemanden, die schon zig Diäten und Ernährungsumstellungen hinter sich hat. Sie fragt sich inzwischen bei allem, was sie „außer der Reihe“ essen möchte: Brauche ich das gerade, weil ich Hunger habe? Oder habe ich nur Gelüste, die auf ein unerfülltes Bedürfnis bei mir hinweisen? Welches ist das? Was kann ich tun, um es mir zu erfüllen, ohne mir irgendetwas hineinzustopfen? Sie hat Erfolg mit dieser Methode und nimmt kontinuierlich ab. Nicht viel, aber Schritt für Schritt. Hinzu treibt sie seit geraumer Sport – die Mischung wirkt.

Wusstet ihr, dass sich Diät aus dem Griechischen ableitet und soviel wie Lebensführung bzw. Lebensweise bedeutet? Eine Diät kann deshalb im ursprünglichen Sinne auch verordnet werden, um an Gewicht zuzulegen! Doch meist kennen wir sie als Mittel zum Schlankwerden.

Lebensweise. Die ist heutzutage oft weit entfernt von unserem Ideal. Wir wollen gesund und bewusst leben, auf uns achten. Doch im beschleunigten Alltag handeln wir gegen uns selbst. Es wird die Suppentüte aufgerissen, die Pommes im Stehen verspeist oder das Fertig-Menü in die Mikrowelle geschoben, weil wir nicht mehr wissen, woher wir die Zeit für eine gesunde Lebensweise nehmen sollen. Vorhanden ist sie bestimmt, doch sehen können wir sie nicht.

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, heißt es so schön. Das gilt auch für die Ernährung. Und wir wissen alle, wie schwer es ist, ungeliebte Gewohnheiten abzulegen. Oft suchen wir nach einem sinnvollen Ersatz, der die Brücke schlägt zwischen dem alten Zustand und dem neuen, gewünschten. Aber wie gesagt: Dahinter steckt Arbeit! Man solle sich einfach vernünftig ernähren, sagen viele Ernährungswissenschaftler. Bleibt nur zu hoffen, dass wir und die Folgegenerationen überhaupt noch wissen, was vernünftig zu bedeuten hat!

Meine bisher erste und einzige Diät war die Trennkost vor vielen Jahren. Ich habe wohl eine Menge abgenommen – auf Bildern aus dieser Zeit wirke ich sehr schmal –, auch wenn ich mich mehr aus Überzeugung denn zum Abnehmen für diesen Weg entschieden hatte. Eine Weile lief’s gut und ich fühlte mich wohl, bis ich feststellte, dass mich phasenweise echter Heißhunger überkam. Das war alarmierend genug, um wieder zur Normalität zurückzufinden.

Kann ich mir vorstellen, an etwas herumzuknabbern, das ich nicht mag, oder auf fast alles zu verzichten, nur um eine Diät ein- und auszuhalten? Nein, kann ich nicht. Mein Weg wäre der anstrengendere Arbeitsweg mit der Vernunfternährung. Falls ich ihn jemals gehe, sage ich Bescheid!


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Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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