26.04.2012

Geschichten aus dem Leben - Woche 1: Besitztümer


Im vergangenen Jahr erklärte ich mich dazu bereit, eine Art Rezension über „mein Lieblingsbuch“ zu schreiben. Der Verlag, bei dem meine Freundin und ich das „Doula-Wissen rund um die Geburt“ veröffentlichten, hatte mich dazu angesprochen. So suchte ich mir den Titel „Aus Liebe zum Leben“ von Rachel Naomi Remen aus. Die Ärztin und klinische Professorin erzählt darin „Geschichten, die der Seele gut tun.“ Es handelt sich um Geschichten aus dem Leben, von denen viele für mich eine simplify-Botschaft haben. Deshalb entschied ich mich, dazu meine nächste Donnerstags-Serie zu machen.

Mich selbst regen Remens Erzählungen stets zum Nachdenken an. Ich schaffe es kaum, mehr als eine Geschichte zu lesen – weil in dieser einen schon so viel Weisheit steckt. Starten will ich heute mit dem Kapitel „Besitztümer“ aus dem ersten Teil des Buches. Remen schreibt von ihrer Freundschaft mit einem sechsjährigen Kind, dem Sohn eines mit ihr befreundeten Paares. Begeistert spielte der Junge mit kleinen Spielzeugautos, von denen er zwei besaß. Wenn sie zu Besuch war, ließ sie sich auf sein Spiel ein und freute sich mit ihm. Der Kleine hätte gerne mehr Autos besessen, doch seine Eltern hatten nur wenig Geld. Und Remen wollte sie nicht verletzen, indem sie neue Spielzeugautos kaufte.

Als eine Tankstelle bei einer Aktion für jeden vollen Tank eines dieser Autos gratis dazugab, mobilisierte die Ärztin ihren Kollegenkreis: Alle tankten nur noch dort und sammelten Autos, bis alle Typen der Spielzeug-Serie beisammen waren. Remen steckte sie in eine Kiste und schenkte sie dem Jungen. Der verteilte sie in der Wohnung, spielte aber fortan nicht mehr damit. Auf ihre Frage hin, warum, antwortete er: „Ich weiß nicht, wie ich so viele Autos lieben soll.“

Ich glaube, jeder, der ein Kind hat, hat eine ähnliche Erfahrung schon einmal gemacht. Und auch wir Erwachsene umgeben uns oft mit Dingen, die das übersteigen, was wir lieben können: Ansammlungen von Büchern, Zeitschriften, Kleidungsstücken, Schuhen, CDs, Kugelschreibern oder was auch immer. Wir häufen immer mehr davon an, um irgendetwas damit aufzufüllen, was wir nicht genau definieren können oder wollen. Wer zehn Salatschüsseln besitzt, dem fällt es schwer, auch nur eine zu lieben.

Als mir eine Freundin neulich von einer Bekannten erzählte, in deren Wohnung nichts Überflüssiges herumsteht, sagte ich: „Im Moment habe ich eine große Sehnsucht nach Klarheit in mir. Ich muss dringend ausmisten!“ Meiner Freundin ging es genauso. Und beide beschlossen wir, uns bald von den Gegenständen zu befreien, die sich angesammelt haben und uns belasten. Mit Schuhen fing ich diese Woche schon mal an. In den vergangenen Jahren bin ich dazu übergegangen, extrem langlebige Schuhe zu kaufen – nicht so viele Paare, aber dafür gute. Nur von den alten konnte ich mich bisher noch nicht vollends trennen. Die sind jetzt dran!


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