27.02.2014

Gestatten, ich bin der vegane Döner Kebab!


Wie schmeckt eigentlich veganer Käse? Ihr wisst ja, ich versuche gerade auf Milchprodukte und vor allem auf Käse zu verzichten. Bisher hieß „kein Käse“ für mich einfach „kein Käse“. Ich wäre nicht auf die Idee gekommen, nach einer Alternative zu suchen – ich kann mir kaum vorstellen, dass eine solche geschmacklich an das Original herankommt.

Nun spielte mir der aid Infodienst folgende Meldung zu, die mich neugierig gemacht hat:

Veganer Käse – „Widerspruch“ auf der Pizza

Wer sich vegan ernähren möchte, findet vor allem im Bio-Handel eine große Auswahl - vom Getreidedrink über Tofu-Spezialitäten und pflanzlichen Aufstrichen bis hin zu Aufschnitt auf Soja- oder Weizenbasis. Schwierig wird es jedoch bei Käse, auf den viele aber nicht verzichten wollen. Gerade bei Pizza und Aufläufen gehört lecker schmelzender Käse einfach dazu.    

Das haben 2012 die ersten konventionellen Hersteller erkannt und vegane „Käsescheiben“ auf den Markt gebracht. Sie enthalten neben Wasser, pflanzlichem Öl und Stärke auch viele Zusatzstoffe, darunter meist Emulgatoren, Konservierungsstoffe, Geschmacksverstärker und Farbstoffe. Aromen stehen ebenfalls fast immer auf der Zutatenliste. Damit rücken solche Produkte in die Nähe von Analogkäse, der vor einigen Jahren in die Schlagzeilen geriet. Was beim Analogkäse als Verbrauchertäuschung kritisiert wird - der Verzicht auf Milch und Milchprodukte - ist bei veganem „Käse“ allerdings gewollt.    

Nun haben einige Bio-Hersteller nachgezogen: Auf der Fachmesse „BioFach 2014“ wurde unter anderem ein „Bio-Pizzaschmelz“ vorgestellt. Auf Zusatzstoffe wird verzichtet, allerdings sorgt „natürliches Aroma“ für den typischen Käsegeschmack. Dieses Aroma ist vegan, also nicht auf der Basis von Milch oder Käse hergestellt. Die Hersteller verraten allerdings nicht, welcher Stoff stattdessen als Grundlage dient. Ausgangsbasis für eine Kennzeichnung mit „natürlichem Aroma“ ist laut Gesetz die Verwendung von Rohstoffen aus der Natur. Das müssen aber nicht die sein, die einem Produkt am Ende den Namen oder den Geschmack geben.    

Die EU-Öko-Verordnung erlaubt natürliche Aromen für Bioprodukte. Das entspricht jedoch nicht dem Anspruch, den die meisten Verbraucher an die Naturbelassenheit von Bio-Lebensmitteln haben. Der Bundesverband Naturkost Naturwaren empfiehlt seinen Mitgliedsunternehmen daher, auf Extrakte und natürliche Aromen aus dem namensgebenden Rohstoff zu setzen, bevorzugt in Öko-Qualität. Im Falle „Veganer Käse“ kommt das aber nicht in Frage, da das Aroma dann nicht vegan wäre. Der Vegan-Boom treibt also auch auf dem Biomarkt ein paar seltsame Blüten.    

Für Veganer gibt es Alternativen zum Käse, zum Beispiel können Hefeflocken und daraus hergestellter Hefeschmelz den Streukäse für Pizza und Aufläufe ersetzen. Es gibt im Bio-Handel auch Mozzarella-ähnliche Bio-Produkte aus Vollkornreis, sogenannte „Fermate“ auf Sojabasis als Brotbelag oder zum Überbacken, fermentierten Cashew-„Käse“ und „Frischkäse“ auf Tofubasis. Wer selbst veganen „Käse“ herstellen möchte, findet in speziellen Kochbüchern und im Internet viele Rezepte. Die Konsistenz ähnelt der von Käse und über Geschmack lässt sich ja bekanntlich nicht streiten. (Katja Niedzwezky und Britta Klein, www.aid.de)

Cashew-Käse? Fermate? Kann man das essen? Um das herauszufinden, ohne einen Selbstversuch starten zu müssen, habe ich „Wie schmecken Fermate“ in meiner Suchmaschine eingegeben. Gelandet bin ich daraufhin bei Veganic.de, einem Online-Shop für vegane Produkte.

Für Menschen wie mich, die in den „alten“ Ess-Strukturen denken (Tierisches Eiweiß, Kohlenhydrate, Obst und Gemüse) gibt es in der Menüleiste „Produkte nach Kategorie“ direkt benannte Alternativen:

  • Fischalternativen
  • Fleisch- und Wurstalternativen
  • Käsealternativen
  • Ei-Ersatz

Ich habe mich mal durchgeklickt, beim Käse angefangen, und die Bewertungen der Käufer gelesen. Das ist höchst interessant! Von „super“ bis hin zu „schmeckt nach nichts“ ist alles dabei. Sehr gute Bewertungen habe ich z. B. beim Gyrosersatz gefunden. Dieser scheint gut zu schmecken! Auch die Zutaten haben mich interessiert, aus denen die Alternativen gemacht werden. Bei Fischalternativen stehen z. B. Meeresalgen oder Seetang in der Zutatenliste – für einen typischen fischartigen Geschmack. Auch diese kommen teilweise richtig gut an.

Irgendwie seltsam, nicht wahr? Weg von tierischen Produkten hin zu Produkten, die genauso aussehen und schmecken (sollen) wie ihre Vorbilder. Ist das nur eine Umbruchphase, die so lange währt, bis sich niemand mehr an „Kartoffeln mit Rinderbraten und Rotkohl“ oder gar „Pizza mit Käse“ erinnern kann?

Ich habe die „prominenten“ Anbieter und Verfechter veganen Essens so verstanden, dass eine völlig neue Esskultur entsteht. Unverfälschte vegane Komponenten ergeben zusammen ein Gericht, das so noch niemand kannte. Das etwas völlig Neues ist, fernab von Veggie-Würstchen und Tofu-Garnelen. Vielleicht erleichtern letztere den Einstieg? Oder sie sind einfach für Menschen gedacht, die aufgrund von Unverträglichkeiten auf tierische Produkte verzichten müssen, aber nicht wollen.

Wie sind eure Erfahrungen?


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Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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