20.12.2013

Glückszutat vier: Das Selbstbild


Die vierte Person, die der junge Mann in Adam Jacksons Buch „Die zehn Geheimnisse des Glücks“ aufsucht, ist eine echte Überraschung. Ich verrate an dieser Stelle nichts, denn vielleicht mögt ihr die Geschichte noch selbst lesen. Nur so viel: Diese Frau hat trotz des Spotts aus ihrem Umfeld so stark an ihrem Selbstbild gearbeitet, dass sie den jungen Mann – sicher auch die meisten Leser – ganz schön beeindruckt.

Die Quintessenz des Kapitels lautet: „Man ist das, wofür man sich hält.“ Und nicht das, wofür die anderen uns halten. Diese spiegeln uns zwar wieder. Doch dabei handelt es sich um ein Zerrbild, das so stark von der Haltung und den Erfahrungen unseres Gegenübers geprägt ist, dass es kaum ein echtes Bild unseres Selbst sein kann.

Wir haben großes Glück überhaupt auf dieser Welt zu sein und sind einzigartig – deshalb darf sich auch jeder als etwas Besonderes fühlen. In meinem letzten Kommunikationsseminar lernte ich, das Leben ist das Wichtigste das wir haben. Warum also so viel Zeit darauf verwenden, uns schlecht oder unzufrieden zu fühlen?

Wir Menschen suchen immer nach Antworten, schreibt Jackson. Wenn wir uns jedoch stets negative Fragen stellen – z. B. „Warum habe ich das jetzt schon wieder nicht geschafft?“ –, dann finden wir nur negative Antworten darauf. Und wenn uns keine einfällt, denken wir uns eine aus. Unser Verstand erledigt das für uns. Die Antwort auf die Beispielfrage könnte lauten: „Weil ich einfach ungeschickt bin! Daran gibt es nichts zu rütteln!“

Was der Autor vorschlägt, ist eine andere Fragetechnik. Wir hatten das schon einmal im Zusammenhang mit Geld. Statt zu sagen: „Das kann ich mir nicht leisten“, könnten wir auch sagen: „Was kann ich tun, damit ich mir das leisten kann?“ Genauso könnten wir die Frage stellen: „Wie kann ich es schaffen?“ Dann würden uns als Antwort ebenfalls positive Dinge in den Sinn kommen: „Mit meiner großen Ausdauer und Beharrlichkeit“ oder „Indem ich meine beste Freundin um Hilfe bitte.“

Ich finde das erstaunlich, welchen Einfluss unsere Sprache und Ausdrucksweise haben! Warum lernen wir das nicht von klein auf? Stattdessen sagt uns von Anfang an jemand, was richtig oder falsch ist, was gut oder schlecht. Unsere Gesellschaft basiert auf einem Bewertungssystem, dem wir uns kaum entziehen können. Schneller als uns lieb ist bekommen wir unsere Stempel und genauso schnell lernen wir, andere abzustempeln.

So hat es das Selbstbild schwer, richtig schwer! Doch wir können etwas tun, damit es sich entfalten kann! Jackson schlägt vor, negative Überzeugungen und Glaubenssätze aufzuspüren und zu schauen, wo sie herkommen. Dann machen wir den Realitätsabgleich: Was davon stimmt? Wie kann ich das auflösen? Der nächste Schritt hin zu einem positiven Selbstbild ist, sich positive Überzeugungen zu erschaffen und diese täglich – wie einen Werbespruch – zu verinnerlichen, z. B. „Ich bin liebevoll!“ Schließlich sollen wir auch in dieser Haltung handeln – wie ein liebevoller (...) Mensch. Wir sollen außerdem immer wieder schauen, welche Talente wir haben und wo diese zur Geltung kommen.

Ich habe mir aus dem Kapitel zwei Dinge herausgepickt, die ich teilweise schon praktiziere oder einfach überzeugend finde. Das eine ist der Dreh mit der positiven Fragestellung. Das andere ist die Sache mit mir und meinem Verhalten. Wenn ich jetzt gerade aufbrausend bin, heißt das nicht, ich bin ein aufbrausender Mensch. Ich achte sehr darauf, dass ich mich selbst nicht mit meinem Verhalten verwechsle und ich bitte andere Menschen, dies auch nicht zu tun. ICH BIN. Nicht mehr, nicht weniger. Heute geduldig, morgen enthusiastisch, übermorgen traurig, in einer Woche vielleicht ungeduldig oder voller Lebensfreude. Ich bin.


zum nächsten Artikel
zum vorherigen Artikel

simplify your life

Holen Sie sich mit dem gedruckten Beratungsbrief "simplify your life" jetzt das echte simplify-Erlebnis. Hier die aktuelle Ausgabe und GRATIS-CD sichern.

Ganz einfach Dunja

Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

Gratis E-Mail Newsletter

Gratis Download:

Best of simplify Gratis-Download

Jetzt für kostenlosen Newsletter eintragen und Sofort-Download sichern. 100% Gratis!