03.10.2012

Goethes Geld und das meine


Es ist wie so oft im Leben: Wenn man einmal seine Aufmerksamkeit auf Dinge lenkt, die man bisher nicht im Blick hatte, kommen sie automatisch zu einem ... So bin ich wohl zurzeit auf einem regelrechten Geldtrip! Erst vor wenigen Tagen stellte ich hier fest („Apropos simplify-Pyramide“), dass ich im Bereich Finanzen nur 2 Beiträge hatte. Und nun erhalten ich einen Impuls nach dem anderen, um über Geld zu schreiben! Heute von Johann Wolfgang von Goethe (fast) höchstpersönlich!

Denn dieser führte akribisch Haushaltsbücher. Etwa 25.000 Blatt umfasst der Bestand im Weimarer Goethe- und Schillerarchiv. Geprägt von den bürgerlichen Prinzipien seines Frankfurter Elternhauses war ihm die sorgfältige Kostenkontrolle immer ein Anliegen, wie die Frankfurter Wirtschafts- und Sozialhistorikerin Dr. Vera Hierholzer in ihrem Beitrag im Wissenschaftsmagazin der Goethe-Universität beschreibt. „Forschung Frankfurt“ widmet die aktuelle Ausgabe ausschließlich dem Thema Geld  – darunter finden sich spannende Themen!

Laut seinen Büchern, die er teilweise von Bediensteten führen ließ, lebte Goethe auf großem Fuß. Mit wachsendem Einkommen nahmen die Hefte an Format und Dicke zu. Seine Ausgaben für den Haushalt stiegen von etwa 4.000 Talern 1817 auf das Dreifache im Jahr 1832. Dagegen stand ein stattliches Einkommen: Im Laufe seines Lebens verdiente Goethe 120.000 Taler als Minister und 160.000 Taler aus den Honoraren für seine literarischen Werke, hinzu kamen noch das elterliche Erbe von 14.250 Talern sowie Zuwendungen des Herzogs und der Eltern, Vermögenszinsen, Theatertantiemen. Fast 80 Prozent seines Lebenseinkommens von rund 350.000 Talern gab er aus oder investierte er in seine Immobilien und (Kunst-)Sammlungen.

Sein Geld floss vor allem in Reisen, in seinen Haushalt am Frauenplan in Weimar mit seinen zahlreichen Bediensteten und in seine Teegesellschaften, Ball- und Musikabende sowie Feste: Dort ließ er Gänseleber, Trüffel, Kaviar, Muscheln, Lachs, Ingwer sowie Champagner und Weine servieren. Lieferanten brachten regelmäßig auch Zitronen, Parmesan und Schokolade aus Italien und der Schweiz zum Frauenplan.

Wenn ich solche Zutaten zum Synchrongrillen eingekauft hätte, wäre mir mein Körbchen mit den 10 Artikeln vermutlich sehr günstig vorgekommen ... Und wenn ich zum Tee einlade, muss jeder seine eigene Tasse mitbringen. Obwohl: Das werde ich beim nächsten Mal garantiert anders machen! (Wer die entsprechenden Entwicklungen im Blog und Forum nicht mitbekommen hat, kann sich hier unter „Hoch die Tassen“ einlesen.)

Im Wikipedia-Eintrag über Buchführung lese ich, dass Aufzeichnungen wirtschaftlicher Vorgänge zu den ältesten Schriftstücken überhaupt gehören. Sie sind nicht aus der Mode gekommen, stelle ich fest. Habe ich schon erwähnt, dass ich mal wieder damit begonnen habe, ein Haushaltsbuch zu führen? Papierlos natürlich, wie in unserer Zeit so üblich. Dieses „Buch“ ist von hohem Wert, im wahrsten Sinne des Wortes. So wertvoll, dass ich es stets weiterempfehle, wenn sich die Gelegenheit bietet.


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