30.10.2012

Herrin meiner Zeit


Es war einer meiner ersten Bewusstwerdungsprozesse überhaupt: Zu lernen, dass unpünktliche Menschen mir Zeit stehlen. Eigentlich bin ich jemand, der so etwas recht gelassen hinnimmt. Deswegen hatte ich mir nie großartig Gedanken darüber gemacht und es einfach geschehen lassen.

Bis ich dann mal an einen Menschen geriet, der mich regelmäßig warten ließ. Das war zu Studienzeiten, ich erinnere mich noch genau, wo ich einmal stand und 30 Minuten wartete. Da rebellierte selbst ich innerlich. Als ich das einer älteren Freundin erzählte, gab sie mir den entscheidenden Hinweis: „Dieser Mensch spielt mit deiner Zeit! Du lässt zu, dass jemand anderes darüber entscheidet!“

Stimmt! So hatte ich das noch nie gesehen. Das einzige, was ich oberflächlich sehen konnte, war: „Da ist jemand unpünktlich.“ Ich habe also nur seine Seite betrachtet, war auch offen für die Geschichten, warum es nicht rechtzeitig geklappt hat. Aber auf mich habe ich nie geschaut. Eine halbe Stunde meiner Lebenszeit stand ich vor der Mensa und sah die Menschen kommen und gehen. Wenn ich alle meine Wartezeiten zusammengerechnet hätte, wären vermutlich einige Stunden zusammengekommen!

Unpünktlichkeit ist also strenggenommen Diebstahl. Das gilt übrigens nicht nur für Verabredungen, sondern auch für andere Dinge, die sich zeitlich hinauszögern – z. B. wenn ich jemandem eine Antwort oder etwas anderes schulde. Beim Arbeiten fällt mir das besonders auf: Ich stecke in einem Auftrag, richte eine Anfrage an einen Kunden, um die Sache abzuschließen. Erhalte ich zeitnah eine Antwort, bin ich im Fluss. Muss ich lange darauf warten, entferne ich mich geistig schon wieder von dem Auftrag, hänge aber trotzdem immer noch darin fest, was mein Tempo insgesamt verlangsamt.

Hier auf simplify.de gibt es einen schönen Beitrag zu den Diebstählen unseres Alltags:

Du sollst nicht stehlen: Rabbi Bonders 5 erstaunliche Arten des Diebstahls, die Lebensqualität mindern


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