19.12.2012

Hilfe annehmen will gelernt sein ...


Aktuell beschäftigen mich viele Fragen, die vor allem mit einem Thema zu tun haben: dem bevorstehenden Umzug. Beim letzten Mal hatten mir wenige Freunde ihre Hilfe angeboten (ich hatte zu der Zeit kaum enge Freundschaften). Weil ich mich nicht traute, diese Hilfe auch in Anspruch zu nehmen, bekam ich hinterher Schelte: „Warum hast du dich nicht gemeldet!? Ich habe dir doch gesagt, ich komme helfen!“ 

Viele Jahre habe ich immer geglaubt, alles selbst managen zu müssen und zu können. Selbst habe ich gerne geholfen, aber mir helfen lassen? Das fiel mir schwer. „Was, wenn ich das nicht zurückgeben kann?“, fragte ich mich bang und ließ Hilfsangebote oft ins Leere laufen. Mit der Zeit habe ich gelernt, dass auch das Nehmen wichtig ist. Mindestens genauso wichtig wie das Geben. Schritt für Schritt dringe ich in diesen für mich neuen Bereich ein.

Aktuell haben mir ganz viele Menschen ihre Hilfe zugesagt. Sofort, ohne Umschweife. Und ich glaube, hier wird mir erneut die Aufgabe gestellt: diese Hilfe auch in Anspruch zu nehmen. Nun, das will ich tun. Wenn ich nur wüsste, wie ...!?

Bei meinem Umzug gibt es zwei große Hürden zu überwinden. Erstens das Renovieren der neuen Wohnräume. Zweitens der Transport des Mobiliars vom zweiten Obergeschoss in den LKW und dann ins neue Haus. Als ich vor kurzem eine Freundin besuchte, die frisch umgezogen war, unterhielt ich mich mit ihr über diese Themen. Zum Streichen habe sie zum Glück ihren Vater gehabt. Zum Umziehen selber wollten ihre Freunde helfen. Doch dann habe sich herausgestellt, dass jeder Rückenprobleme oder sonstige Einschränkungen hatte – und sie musste zwei Tage vorm Termin doch eine Umzugsfirma beauftragen. So kurz vor knapp sei die Auswahl begrenzt und der Service entsprechend unterirdisch gewesen. „Horror“, kommentierte meine Freundin den Umzugstag mit einem Wort.

Au weia. Horror will ich ungern erleben. Wie bestellt flüsterte mir wenige Tage nach diesem Gespräch jemand den Namen eines kompetenten Familienunternehmens zu. Ich spiele mit dem Gedanken, meinen Umzug doch in fremde Hände zu geben. Denn die Vorstellung, die vielen verschiedenen Helfer aus meinem Freundeskreis zu einem bestimmten Termin im tiefsten Winter zusammenzutrommeln, löst bei mir mittelgroßes Unbehagen aus.

Bleibt also noch das Malen und Tapezieren. Hier hatte ich mir überlegt, in Kleingruppen ein Zimmer nach dem anderen mit meinen Helfern zu verschönern. Doch allein das Gespräch beim Fachhandel wegen der richtigen Farbe brachte meinen Kopf zum Rauchen. Eben mal eine Wand bunt anzustreichen – das hatte mich bisher kaum gestresst. Aber nun 4 Zimmer, Küche und Bad!? Ich glaube, das wird mir doch zu viel. Eine Freundin empfahl mir einen pfiffigen Maler ...

Tja, nun scheinen die großen Hürden vergeben. Die Sache hat einen Nachteil: Es wird teuer. Eine Bekannte sagte treffend zu mir: „Das ist eine schwierige Entscheidung: Spart man sich lieber das Geld – oder den Stress und schont damit seine Energiereserven?“ Denn die werden ohnehin stark angezapft in Zeiten des Umzugs. Ohne zu wissen, welche Un-Summen mich für die zwei Hürden erwarten, entscheide ich mich bauchmäßig lieber für die stressfreie Variante.

Doch ich will lernen, die Hilfe der anderen anzunehmen! Also lenke ich dafür meinen Blick auf die vielen Kleinigkeiten drumherum, die auch erledigt werden wollen: Sachen einpacken, Lampen abmontieren, Lampen aufhängen, Schränke ab- und aufbauen, Löcher in Wände bohren und Sachen aufhängen, alte Wohnung putzen, neue Wohnung putzen ... Erfahrungsgemäß türmt sich bei einem Umzug einiges an Arbeit auf, die ich vergeben könnte. Ich muss es nur klug anstellen und koordinieren. Das schreit nach einer Liste!

Jetzt warte ich erst einmal den Freitag ab ... Ist danach die Welt noch die alte, konkretisiere ich meine Pläne!


zum nächsten Artikel
zum vorherigen Artikel

simplify your life

Holen Sie sich mit dem gedruckten Beratungsbrief "simplify your life" jetzt das echte simplify-Erlebnis. Hier die aktuelle Ausgabe und GRATIS-CD sichern.

Ganz einfach Dunja

Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

Gratis E-Mail Newsletter

Gratis Download:

Best of simplify Gratis-Download

Jetzt für kostenlosen Newsletter eintragen und Sofort-Download sichern. 100% Gratis!