27.08.2013

Hilfe! Freie Zeit!


„Alles auf einmal geht eben nicht!“ Diesen Satz habe ich hin und wieder schon zu meiner Tochter gesagt. Wenn sie z. B. am selben Tag zur Oma fahren, das Lieblingspferd besuchen, mit der Freundin zum Schwimmen gehen und mir beim Kuchenbacken helfen wollte. Das Kinderherz schäumt manchmal über vor Tatendrang und Freude über das, was man alles erleben kann.

Im Erwachsenenalter verläuft das freilich etwas anders, wie ich gerade feststellen muss. Es sind Ferien (mein Lieblingsthema!). Ich habe zu arbeiten und ein Kind um mich herum. Was in diesen Alltag nicht mehr reinpasst, wird rigoros beiseite gelassen. Wäsche bügeln zum Beispiel. Oder Verwaltungskram erledigen. Oder ein Buch lesen. Nun ist folgende Situation eingetreten: Meine Tochter macht ein paar Tage Ferien und ist außer Haus. Da überschlägt sich doch glatt mein Freiberufler-Freundin-Hausfrau-Mutter-Frau-für-alles-Herz! Ich könnte vorarbeiten, den ganzen Verwaltungskram erledigen, persönliche Kontakte pflegen, den Wäscheberg abarbeiten, das Kinderzimmer auf Vordermann bringen, eine bevorstehende Feier organisieren, die Schultüte packen, Marmelade einkochen, Tomaten einwecken, abends weggehen, einfach die Seele baumeln lassen, meinen Hobbys nachgehen, mich in Finanzdingen weiterbilden, shoppen gehen und so weiter und so fort.

Ganz ehrlich: Das ist ein ungutes Gefühl! Zu wissen, dass ich all das niemals in drei Tagen erledigen kann. Zu bemerken, dass ich gerade keine Prioritäten zu setzen vermag. Ich habe mir schon überlegt, den simplify-Tipp „Tombola“ anzuwenden: Jedes Vorhaben schreibe ich auf ein Zettelchen. Alle Zettel landen in einem Topf oder einer Vase. Nach und nach ziehe ich einen Zettel und erledige das Vorhaben. Das funktioniert jedoch nicht mit Aktivitäten, die bis zu einem bestimmten Zeitpunkt erledigt sein müssen. Um die Schultüte kann ich mich nicht erst in vier Wochen kümmern ...

Das ruft einen Plan auf den Plan, wie mir scheint. Was ist dringend, was ist wichtig, was kann ich mit und was am besten ohne Kind erledigen? Uff! Das als rechtshirnig veranlagter Mensch!? Bis ich mit meinem Plan fertig bin, sind die drei Tage um. Gestern habe ich mich am Nachmittag für eine Notlösung entschieden: Ich habe etwas unternommen, das überhaupt nicht auf meinem Plan erscheinen würde, weil ich es gar nicht vorhatte. Und das tat richtig gut! Ich konnte all das loslassen, was mir im Kopf herumschwirrte und meine Aufmerksamkeit verlangte.

Ruck zuck werden sie vorbei sein, meine vollgestopften freien Tage. Dann ist wieder der Ferienarbeitsalltag da – ach, wie gut!


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Ganz einfach Dunja

Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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