16.07.2013

„Ich sage halt, was ich denke“


Wir wissen ja: Ein Mensch lügt mehrmals täglich. Ziemlich oft sogar. Folglich müsste es uns richtig gut gehen, wenn einmal jemand ungeschönt die Wahrheit sagt. Davon bin ich allerdings nicht überzeugt. Denn die Wahrheit kann schmerzhaft und übergriffig sein. Ich finde: Das muss nicht sein, wenn man sich ein wenig Gedanken über die Art und Weise macht, wie man kommuniziert.

„Ich sage halt, was ich denke“, darauf sind einige Menschen sehr stolz. Sie halten es für Ehrlichkeit. Doch für mich gibt es zwei „Was ich denke“: Das eine betrifft die Person, die sie ausspricht. Das ist mein Lieblings-„Was ich denke“, denn es macht den anderen authentisch. „Ich komme gerade nicht klar mit dem, was du sagst“, ist eine Aussage, die ich sehr gut hören kann. Auch mit „Heute fällt’s mir schwer, auf dich einzugehen“ kann ich leben. Denn dieses „Was ich denke“ wird nicht auf mich geworfen, sondern gehört unverkennbar zum Absender, der die Verantwortung dafür übernimmt.

Anders beim zweiten „Was ich denke“: „Du bist aber dick geworden!“, will ich genauso wenig hören wie „Du bist ja mal wieder völlig realitätsfern!“ oder "Wie kann man nur so dumm sein!?". Hier erlaubt sich jemand ein Urteil über meine Körperfülle und mein Gedankengut. Beides gehört mir. Wenn ich ein Urteil haben will, frage ich danach. Andernfalls halte ich es für überflüssig. Ich habe mir angewöhnt, solche Botschaften in einen virtuellen Mülleimer zu werfen, sodass sie gar nicht erst bis zu mir durchdringen und irgendwelche unguten Gefühle auslösen. Das erlaubt es mir, der Person dennoch normal zu begegnen und das Urteil bei ihr zu lassen. Schließlich gehört es dort auch hin!

Vergleichbare Bezeichnungen dafür sind: „Ich lasse das an mir abprallen“ oder „Ich habe mir für solche Angriffe ein dickes Fell“ zugelegt. Bei mir wird die Botschaft eben virtuell zerknüllt und weggeschmissen, bevor ich sie lese und verinnerliche. Freilich funktioniert das nicht immer. Dafür gibt es dann andere, wirkungsvollere Werkzeuge. Doch als simplify-Weg kann ich es nur empfehlen: Ich lebe nicht mit jeder „Wahrheit“, die man mir zuträgt. Ich löse mich von denen, die mir nicht gut tun ... und gebe mein Bestes, um immer seltener selbst in die "Was-ich-denke"-Urteilsfalle zu tappen!


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Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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