12.09.2012

Ich will alles und zwar sofort!


In vielen Alltagssituationen zeige ich mich als sehr geduldiger Mensch, z. B. beim Autofahren. Das gehe ich meistens gelassen an, vielleicht weil ich die ganzen Jahre ein Auto fuhr, mit dem ich eh niemandem die Wurst vom Teller klauen konnte. Auch in der Supermarktschlange beweise ich in der Regel Durchhaltevermögen und lasse mich nicht so leicht aus der Ruhe bringen.

Doch eine Sache provoziert jedes Mal meine Ungeduld: die Technik. Bei mir im Büro geht alles, was ich brauche, schnellstens vonstatten. Mache ich meinen Rechner an, dauert es nur einige Sekunden, bis er startklar ist. Im Internet bin ich sofort, und ich bleibe normalerweise auch drin, solange ich es nötig habe. Schalte ich meinen Fernseher ein, habe ich sofort ein Bild. Nur mein Festplattenrekorder ist etwas langsam. Aber gut, diesen benutze ich seltener.

Nun war ich für ein paar Tage außer Haus und auf fremde Geräte angewiesen. Der Rechner braucht eine gefühlte Ewigkeit, bis er hochgefahren ist. Nach der Anmeldung dauert es noch mal eine solche, bis die WLAN-Verbindung hergestellt ist. Was ich schon herausgefunden habe: Ungeduldig das Browser-Symbol anklicken ist eher kontraproduktiv. Wenn ich Pech habe, komme ich danach um einen Neustart nicht herum. Also warte ich meist geduldig ab, bis ich „grünes Licht“ fürs Internet habe. Trotzdem bleibt es hin und wieder nicht aus, dass die Verbindung fehlschlägt. Meist probiere ich dann alle mir bekannten Verbindungs-Reparatur-Kniffe durch, bis ich irgendwann aufgeben und neu starten muss. Schon wieder zwei gefühlte Ewigkeiten warten ... „Also, so könnte ich nicht arbeiten!“, murmele ich immer vor mich hin und bin total frustriert, weil ich doch nur schnell meine Mails checken wollte.

Beim Fernsehen gibt’s ein ähnliches Problem. Ich will eine bestimmte Sendung sehen, bin ohnehin schon zu spät dran und schalte auf der mir fremden Tastatur herum. Irgendwo leuchtet etwas, aber der Fernseher schickt kein Bild. Digitales Fernsehen über Receiver dauert wohl länger, ist mein Schluss. Ich drücke wie wild auf den Stand-by-Knopf, ohne zu wissen, ob ich ihn gerade an, aus oder aus und wieder an schalte ... „Oh Mann!“, denke ich schon wieder. „Funktioniert denn hier gar nichts so schnell, wie ich es gewohnt bin?“ Meine Ungeduld erschreckt mich. Woher kommt das „Ich will alles und zwar sofort“? Das bereichert mein Leben nicht gerade und erscheint mir als un-simplify ...

Etwas Entschleunigung täte mir gut. Seltsam ist nur, dass mir das beim Autofahren oder Einkaufen problemlos gelingt. Nur eben mit der Technik von heute nicht! Obwohl: Wenn ich dann wieder in meinem Büro am Rechner sitze, ist meine Mouse unendlich langsam gegenüber der fremden Mouse, die ich die ganze Zeit benutzt hatte ...


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Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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