27.09.2013

Im Netz der Spinne


Gestern stellte ich euch „simplifys Tierleben vor“ – ich für meinen Teil habe recht deutlich gespürt, auf welches Tier ich noch ein wenig neidisch bin und wo ich keinen Nachholbedarf sehe. Die Spinne habe ich zurückgehalten. Was sie wohl auszeichnet? Habt ihr eine Idee?

Mir fiel dazu eine Geschichte ein, die ich diesen Sommer in einem Schmetterlingshaus erlebte. Wir durchschritten mit mehreren Kindern gemeinsam die Schleuse zur Schmetterlingswelt. Alle waren fasziniert von den leuchtenden Farben und aberwitzigsten Formen, die unsere Köpfe streiften. Die Kinder marschierten weiter und machten irgendwann an einem Baumstumpf Halt. „Ein Schmetterling hat sich im Spinnennetz verfangen“, rief eines der Kinder laut aus. Sofort scharten sich alle um den Ort des Geschehens. Fast jedes Kind hatte den Impuls, den Schmetterling aus dem Spinnennetz zu befreien. Denn der Falter wedelte wild mit den Flügeln, um sich zu lösen. Schließlich schien es, als hätte er es geschafft. Doch mit einem Teil seines Insektenkörpers hing er am Netz fest. „Wir können ihn nicht befreien!“, wusste ein Kind. „Wenn wir ihn anfassen, kann er nicht mehr fliegen und muss verhungern.“ Welch ein Dilemma!

Jeder sah die drohende Gefahr, doch keiner konnte helfen. Also schauten alle zu, was nun geschah: Die Spinne näherte sich dem Schmetterling, zog einen Faden hinterher, huschte kurz über die Beute und verschwand dann wieder. Der Schmetterling war inzwischen regungslos. Ob er überhaupt noch lebte? Irgendwann durchzog ihn ein letztes Zucken, die Spinne tauchte wieder auf. Und innerhalb weniger Minuten war der Schmetterling so gefangen, dass die Kinder jegliche Hoffnung auf Rettung aufgaben.

Das Faszinierende an dem Spiel war: Die Spinne war im Verhältnis zu ihrer Beute so klein, dass fast unmöglich erschien sie zu bezwingen. Und doch hatte sie es mithilfe ihres Netzes und ihrer Fangstrategie in Windeseile geschafft!

Nun kommt sie, die Küstenmachersche Ableitung dessen, was die Spinne am besten kann: Das Richtige zur richtigen Zeit tun. „Ein Spinnennetz zu bauen, ist die qualifizierte Tätigkeit einer Facharbeiterin“, schreibt er. „Volle geistige Konzentration und gute körperliche Fitness sind dazu erforderlich. Der Zeit- und Materialaufwand ist enorm, und deshalb überlegt die Spinne vor Baubeginn recht genau, ob sich im Moment der Aufwand für ein neues Netz lohnt. Droht schlechtes Wetter, lässt sie es bleiben. Prüfen auch Sie, ob sich die Mühe für Ihre jeweilige Arbeit lohnt.“


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Ganz einfach Dunja

Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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