10.10.2014

Im Wagen vor mir sitzt ein stressgeplagter Fa-ahrer ...


Wer hat ein Problem mit langsamen Autofahrern? Ich. Wenn ich es eilig habe und mich über mich selbst ärgere, weil ich zu spät losgefahren bin. Das kommt aber selten vor. Meist fahre ich gelassen durch die Gegend. So wie gestern. Ich fuhr auf eine Ampel zu, auf die zwei Fahrspuren zulaufen. Wie ich so fahre, bin ich gedanklich bei der Total-Tankstelle, die ich gerade passiere. Dort habe ich vor kurzem für 0,66 Euro getankt und ich überlege gerade, ob ich darüber mal einen Blog schreibe.

Vor der roten Ampel komme ich zum Stehen. Neben mir hält ein schicker schwarzer Kombi an. Der Mann darin bewegt sich wild, deshalb schaue ich genauer hin. Ich sehe seinen wohlgestutzten grauen Bart, seine wild gestikulierenden Hände, dann fällt mein Blick auf den Mercedesstern vorne auf der Kühlerhaube. Was er denn will, frage ich ihn, nonverbal natürlich. Er legt beide Handinnenflächen aufeinander und unter sein linkes Ohr. Ach so! Ich würde schlafen, meint er. Na, dann! Ich frage mich kurz, ob die Ampel grün war und ich zu früh aus Gewohnheit stehen geblieben bin. Andererseits gibt es zwei Fahrspuren, und weder hinter uns noch vor uns steht ein weiteres Auto. Er hätte also durchaus an mir vorbeiziehen können. Wäre ich nicht auf der linke Spur gefahren, weil auf der rechten ein LKW zu sehen war. Der ist allerdings bei Grün über die Ampel ...

Mein nächster Gedanke ist: Tipi! In meinen Gruppentrainings ist der Straßenverkehr ein immerwährendes Thema. Autofahrer, die zu langsam sind. Drängler. Provokant Überholende. Raser. All diese Menschen können veranlassen, dass wir uns aufregen. Ich war also gestern ein Anlass, das ist offensichtlich. Aber wisst ihr was? Ich blieb gelassen. ER war sichtlich im Stress:

Als die Ampel grün wird, zieht er natürlich gleich voraus auf die nächste Ampel zu. Wir sind außerorts und 70 km/h sind erlaubt. Vor der zweiten Ampel sehe ich den LKW von vorhin stehen. Zwei, drei Autos sind zwischen dem Mercedes und dem Ungetüm. Ungeduldig fährt der Bärtige hinter den Kleinwagen her, bis aus der einen Fahrspur vor der Ampel wieder zwei werden. Jetzt – endlich! – kann er überholen. Ich überhole auch die Kolonne, bin aber immer noch entspannt, denn es ist genug Zeit und Platz, an allen vorbeizufahren.

Der Mercedes ist vor mir. Sein Fahrer erneut ungeduldig. Denn vor ihm hält sich tatsächlich jemand an die Geschwindigkeitsbegrenzung! Langsam zuckelt er hinter dem Vordermann her, bis er endlich wieder ausscheren kann. Das Überholmanöver ist bereits leicht riskant, denn es findet kurz vor einer Kurve statt. So schnell wie er ausschert, schert der Mercedes deshalb vor dem Überholten wieder ein. Zackig! Nun ist er für die nächsten 5 Kilometer der zweite Wagen vor mir. Mehr geht nicht, denn die Straße scheint voll zu sein von Schlafenden ... Hat sich das gelohnt?

Diese Aktionen haben sicher ein erhitztes Gemüt entlastet. Ein Ventil geschaffen. Vielleicht ist der Mann auch zu spät losgefahren. Oder er musste dringend in ein Krankenhaus. Oder er fährt einfach immer so. Unter Dauerstrom. Fakt ist: Für die eigene Gesundheit und die der anderen Verkehrsteilnehmer empfiehlt sich die wachsame Gelassenheit!


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Ganz einfach Dunja

Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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