30.12.2015

Impuls für 2016: Raus aus der Opfer-Rolle


Zwischen den Jahren rief ein Bekannter bei uns an und fragte uns um Rat. Man hatte ihn „übers Ohr gehauen“, und das schon zum wiederholten Male. Ich kenne die andere Person nicht, um die es geht. Ich kann also nicht beurteilen, ob sie absichtlich so handelte, um sich einen eigenen Vorteil zu verschaffen.

Doch die ganze Angelegenheit lässt schnell erkennen: Hier gibt es einen Täter, der andere, und ein Opfer, unseren Bekannten. Letzterer sieht sich immer wieder als Opfer, und der innere Widerstand gegen diese Rolle wächst. Was liegt also nahe? Vom Opfer selbst zum Täter zu werden. Dem anderen ebenfalls zu schaden oder zumindest eins auszuwischen. Der Wunsch und das Ziel dahinter: Endlich mal mit erhobenem Kopf aus einer Sache herauszugehen.

Ich kann das sehr gut nachvollziehen. Damit ihr mich hier richtig versteht: Wenn ich von „Täter“ rede oder von „eins auswischen“, dann sind damit keine Straftäter oder Straftaten gemeint. Ich kann also gut verstehen, dass jemand seine Strategie ändern will und die Zähne fletscht.

Allerdings würde mein Bekannter dafür von mir keine Ermutigung bekommen. Denn wenn er diesen Weg wählt und in den Rollentausch geht – vom Opfer zum Täter – bleibt er in diesem Karussell gefangen. Die Rollen können immer wieder wechseln, solange bis ein Retter auftaucht, der übrigens dann auch zum Täter oder Opfer werden könnte. Und so weiter und so fort.

Ich war einmal in einer ähnlichen Situation wie unser Bekannter. Natürlich ärgerte ich mich darüber, denn mein Handeln kostete mich viel Geld. Mein Verhandlungspartner kam mir in keinster Weise entgegen. Damals sagte ich mir: „Dunja, du bist verantwortlich für dein Handeln. Also trägst du auch die Kosten. Du wusstest ganz genau, was du tust.“ Ich hatte mich einfach falsch entschieden und gegen meine innere Stimme gehandelt. Ein Fehler, der mich lehrte, es in Zukunft anders zu machen.

Immer wieder begegne ich Menschen, die jammern: „XY zahlt mir das Geld nicht zurück, was ich ihm geliehen habe“ oder andere Geschichten über finanzielle Verluste (die offenbar schwerer zu verkraften sind). Ich frage mich dann stets: Wo bleibt die Selbstverantwortung? Die Person hat sich zu einem früheren Zeitpunkt entschieden, XY Geld zu leihen. Punkt. Das kann man nachträglich bedauern, doch es hilft wenig, die Verantwortung auf den anderen abzuwälzen und sich rachelüsternen Phantasien hinzugeben.

Mein Rat dazu:

Bedauert es, wenn ihr einen Fehler begangen habt. Steht dazu. Macht euch nicht selbst zum Opfer, sondern überlegt euch, was ihr tun könnt, um den Fehler kein zweites Mal zu begehen. Übernehmt Verantwortung für euer Tun!

So spart Ihr euch viel (meist negativ geladene) Energie, die eure wertvolle Lebenszeit und Lebensenergie schmälert!


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Ganz einfach Dunja

Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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