01.06.2011

Ja, bin ich denn eine Perfektionistin?


Am Sonntag nahm ich mir nach dem Frühstück die neuste Ausgabe von „simplify your life“ vor. Gleich auf Seite 1 startet ein Test: Sind Sie ein Perfektionist? Ich prüfe mal eben schnell im Kopf die einzelnen Situationsbeschreibungen für mich durch – und bin ganz glücklich, dass ich schon nach Punkt 3 (erst einmal) kein „Ja, trifft auf mich zu“ denken muss.

Tja, die Freude war nur von kurzer Dauer. Ein paar „Jas“ reichen aus, um eine Perfektionistin zu sein. Was ich dagegen unternehmen kann, das lese ich lieber später mal, wenn ich richtig Zeit dafür habe. Einfach so drüberlesen, das ist nichts für eine Perfektionistin ...!

An einem Punkt musste ich allerdings etwas nachdenken: Bin ich pessimistisch und erwarte ich immer das Schlimmste? In meiner Jugendzeit hätte ich das sofort unterschrieben. Ich erinnere mich genau an meine Taktik: Bei Klassenarbeiten rechnete ich immer damit, schlecht abgeschnitten zu haben. So konnte ich keine Enttäuschung erleben und freute mich immer, wenn ich doch eine gute Note hatte (was meistens der Fall war). Das funktionierte wunderbar.

Meine Freunde fragten mich: „Und, wie war’s bei dir?“ Ich: „Och, ich glaube diesmal nicht so gut. Für die Aufgabe 5 reichte mir die Zeit nicht mehr. Und bei den anderen bin ich mir unsicher, ob ich richtig lag.“ 5 Tage später, die Arbeit wurde verteilt, ich war in freudiger Erwartung – denn irgendwie funktionierte dieses Tiefstapeln ganz gut. Hatte ich ein schlechtes Gefühl, kam etwas Gutes dabei raus. Als mich meine Freunde dann nach der Note fragten, sagten sie auf meine Antwort: „Siehst du! Du warst doch besser als du dachtest!“

Ich habe keine Ahnung, warum das damals so gut klappte. Heute weiß ich, dass es einfach gut tut, das Positive zu erwarten. Und wenn es doch anders kommt, übernehme ich die Verantwortung dafür. Oft eröffnen sich aus Fehlern ungeahnte Möglichkeiten und Wege. Ich kann mir meine Taktik von früher nur so erklären: Tief im Innern traute ich mir alles zu, darum schaffte ich es meist auch. Aber nach außen hin war mein Selbstwertgefühl nicht so hoch. Ich hatte Angst zu versagen und nicht so gut zu sein, wie andere das von mir kannten.

Es ist eine Freude zu erkennen, dass ich mich entwickelt habe. Ich kann so einen kurzen Rückblick nur empfehlen!


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Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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