25.07.2011

Ja, wo ist er denn, der Online-Pranger?


Lebensmittelklarheit.de – darüber berichteten vergangene Woche alle Medien. Von öffentlichem Pranger war die Rede, es sei doch alles gesetzeskonform, was die Lebensmittelhersteller machten. Klar. Ich jedenfalls versuchte drei Tage erfolglos auf diese Seite im Internet zu kommen. Es soll Leute gegeben haben, die es geschafft haben. Ich gehöre nicht dazu.

Schade, ich hätte es mir gerne angeschaut. Nun warte ich lieber noch ein paar Tage, ehe ich es erneut versuche. Ich baue hier einfach mal einen Link ein, wer weiß, vielleicht funktioniert er eines Tages. Das ist unglaublich! Just in dem Moment, in dem ich verlinken will, reagiert die Website!

Trotzdem erzähle ich nun die Geschichte vom Kartoffelsalat. Einen solchen durfte ich kürzlich für eine Feier zubereiten. Alle Zutaten hatte ich zu Hause, nur die Brühe fehlte mir, wie ich kurz vorm Loslegen feststellen musste. Also bin ich schnell zum Lebensmittelmarkt um die Ecke gefahren. Zielstrebig ging ich auf den Regalkopf mit den Brüh-Würfeln und -Gläsern zu. „Da wird doch was zu finden sein“, dachte ich mir.

Ich drehte die Verpackungen namhafter Hersteller um und las die Zutatenliste: Geschmacksverstärker, Geschmacksverstärker, Glutamat. Nicht ein Produkt gab es, auf dem wenigstens die Mogelei „Hefeextrakt“ zu lesen war. Geschweige denn eines, das völlig ohne geschmacksverstärkende Inhaltsstoffe auskommt. Und ich hielt den Markt bisher für gut sortiert. Löblich fand ich allerdings, dass auf keinem der Produkte vorne draufstand „ohne Geschmacksverstärker“ und hinten „Hefeextrakt“. Auf der Rückseite stand die ganze Wahrheit. Das ist doch auch etwas wert!

Nun stand ich also vor diesem Regal – und kam einfach nicht vom Fleck. Soll ich jetzt wirklich den klassischen Geschmacksverstärker kaufen? Ich konnte mich nicht entscheiden! Letztlich blieb mir nichts anderes übrig. Meine selbstgemachten Brühen, die ich mir immer einfriere, waren alle aufgebraucht. Meine Gäste mögen es mir verzeihen!

Sehen wir es doch mal so: Früher haben wir dieselben Produkte auch gekauft und gegessen, ohne erkennbaren Schaden davon zu nehmen. Der Unterschied zu heute ist nur, dass wir mehr darüber wissen als früher. Das heißt, wir haben eine ganz andere Entscheidungsgrundlage. Ich hätte mich an diesem Tag vorm Brühe-Regal gerne für ein anderes Produkt entschieden, wenn es nur eins gegeben hätte!


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Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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