28.09.2013

Lasst die Schubladen einfach zu!


Früher hatte ich mein wöchentliches Bügelritual vorm Fernsehen: Zu einer bestimmten Zeit am Sonntag fand ich mich dort mitsamt Bügelbrett, Wäschekorb und Wassersprühflasche ein. Schließlich gibt es kaum eine Haushaltstätigkeit, bei der man so gut fernsehen kann ... Der Familienzuwachs rüttelte dann ganz schön an meiner Haushaltsroutine, die fortan keine mehr war, sondern sich quasi täglich neu formte, um dann am nächsten Tag wieder einer neuen Platz zu machen.

So langsam erlange ich wieder Oberwasser und beginne, neue Rituale zu pflegen. Das Bügelbrett steht inzwischen weit weg vom Fernseher, und ich habe keine Lust, es jedes Mal dorthin zu schleppen. Deshalb bin ich aufs reine Hören umgestiegen. Bügelzeit ist Hörbuch-Zeit. Meine Freundinnen versorgen mich hin und wieder mit neuen Buchtiteln. Ich habe jedoch auch schon festgestellt, dass ich es sehr schätze, ein bekanntes Buch erneut zu hören.

Es ist wie früher bei den Hörspielkassetten, die ich wieder und wieder abhörte: Es wird nie langweilig. Heute höre ich Dinge, die mir gestern gar nicht aufgefallen sind. Und übermorgen liegt mein Fokus wieder auf etwas scheinbar Neuem. Je nachdem, an welchem Punkt meines Lebens ich mich gerade befinde.

So habe ich neulich zum 4. Mal das Buch „Gewaltfreie Kommunikation. Eine Sprache des Lebens“ von Marshall B. Rosenberg in der gekürzten Fassung gehört. Einige Aussagen habe ich diesmal gezielt wahrgenommen, weil sie sich auf Erlebnisse beziehen, die noch nicht allzu weit zurückliegen.

Als Beispiel habe ich daraus für euch ausgesucht – ich formuliere es sinngemäß mit meinen Worten :

Wenn wir jemanden in eine Schublade stecken aufgrund seines Verhaltens, benehmen wir uns dieser Person gegenüber meistens in einer Art und Weise, die dieses unerwünschte Verhalten hervorruft oder fördert. Wir fühlen uns bestätigt in unserer Annahme, dass dieser Mensch genau in die Schublade passt, die wir für ihn aufgezogen haben.

Wer sich dies in Erinnerung ruft, ist beim nächsten Mal vielleicht etwas zurückhaltender mit seinem Urteil!


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Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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