26.04.2013

Leben mit einsfünfzig am Tag


Es ist wirklich erstaunlich, wie die Dinge in unserem Leben manchmal miteinander verbunden sind. Noch am gestrigen Morgen unterhielten wir uns beim Frühstück darüber, wie wir bzw. unsere Eltern und Großeltern früher gelebt haben. Wenn etwas kaputt war, wurde es repariert – egal, ob es sich um einen Holztisch, einen Schuh, ein Radio oder um einen Strumpf handelte. Obst und Gemüse gab es aus dem Garten oder im Winter eingemacht bzw. aus der Gefriertruhe. Bei der Traubenernte lasen wir jede einzelne Beere vom Boden auf, damit ja nichts verschwendet wurde. Nachbarn tauschten Blumensamen oder Setzlinge untereinander aus. Unsere Feststellung: Wir würden eine Menge Geld und Ressourcen sparen, wenn wir all das heute noch machen würden.

Als das Frühstück beendet war, ließen wir unsere Gedanken stehen und gingen unserem Tagwerk nach. Dann begegnete mir beim Recherchieren im Netz die Meldung, dass Ben Affleck getwittert habe, er wolle 5 Tage lang von 1,50 Dollar leben. Damit ist Affleck ein reiches und prominentes Gesicht, das sich für die Kampagne Live Below the Line (Leben unter der Armutsgrenze) stark macht. Die Weltbank definierte 2005, dass jemand, der 1,25 Dollar zum Leben zur Verfügung hat, in extremer Armut lebt. In diesem Jahr nehmen Menschen aus den USA, Kanada, Großbritannien und Australien parallel die Herausforderung an, vom 29. April bis zum 3. Mai von nur 1,50 Dollar pro Tag zu leben. Da viele Mitmachende in ein ganz anderes Leben eingebunden sind, wird es hierbei freilich nur ums Geld für Lebensmittel gehen. Die in extremer Armut lebenden 1,4 Milliarden Menschen weltweit müssen mit ihrem Budget weit mehr abdecken!

Die Aktion ist gut vorbereitet: Auf der Website von Live Below the Line gibt es unter dem Menüpunkt „The Challenge“ eine Erklärung, wie es funktioniert und was im Einzelnen zu tun ist. Unter „Get the Guidance“ finden Interessierte Erfahrungsberichte von Menschen, die 2012 schon bei der Aktion mitgemacht haben, sowie Rezepte für günstige Mahlzeiten. Ich finde das sehr sympathisch. Wobei ich beim ersten Rezept „Oatmeal Porridge“ etwas schmunzeln musste, als ich las: „... put in microwave for 2 minutes.“

Na ja, was zählt ist die Idee: Bewusstsein zu schaffen für extreme Armut auf unserer Welt, verstehen zu lernen, was dieses Leben bedeutet. Und Menschen zu finden, die bereit sind etwas dagegen zu unternehmen.

Für mich ist die Hürde zum Mitmachen noch zu hoch. Vielleicht bin ich dazu bereit, wenn die Kampagne eines Tages nach Deutschland kommt. Ich persönlich finde das Leben mit Limit deshalb interessant, weil es mir ermöglichen würde, für begrenzte Zeit sehr reduziert zu leben. Mir schwebt dafür allerdings ein längerer Zeitraum vor ...


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Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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