17.06.2015

Macht Facebook neidisch?


Befürchtungen, Surfen auf Facebook hätte negative psychische Auswirkungen, haben sich nicht bewahrheitet. Forscherinnen am Leibniz-Institut für Wissensmedien in Tübingen haben herausgefunden: Positive Posts auf Facebook machen eher glücklich als neidisch. In zwei Studien haben sie untersucht, welche Emotionen die meist positiven Statusmitteilungen auf Facebook auslösen.

Ich selbst bin gerade viel auf Facebook unterwegs, um das Netzwerk für mein berufliches Vorankommen zu nutzen. Dabei vermischen sich Privates und Berufsleben, was jedoch nicht primär etwas mit Facebook zu tun hat. Das ist schon so, seit ich mich selbstständig gemacht habe.

Täglich scanne ich also die Mitteilungen von Freunden und Bekannten. Manche arbeiten dort, wo andere vielleicht einmal im Leben Urlaub machen. Andere sind sehr erfolgreich mit dem, was sie machen. Wieder andere verreisen mehrmals im Jahr. Wenn ich nun für mich überprüfe, ob ich beim Lesen neidisch werde, dann kann ich das verneinen. Lediglich die Sehnsucht nach einem schönen Urlaubsziel wird geweckt!

Überwiegend sind die Statusmitteilungen auf Facebook positiv: Urlaubsfotos, gesellige Aktivitäten mit Freunden oder Erfolge. In den Medien tauchen daher immer wieder alarmierende Berichte auf, die ständige Konfrontation mit dem scheinbar perfekten Leben anderer auf Facebook würde Neid und Missgunst auslösen.

Mehr Freude, weniger Neid

Ruoyun Lin, Doktorandin am Leibniz-Institut für Wissensmedien Tübingen, und Prof. Dr. Sonja Utz geben Entwarnung. In einer Onlinestudie baten die Forscherinnen Facebook-Nutzer, die vier neuesten Statusmitteilungen in ihrer Timeline zu beurteilen: wie positiv ist der Inhalt, wie nahe stehen sie der Person, die die Mitteilung geschrieben hat, welche Emotionen hat das Post ausgelöst?

Dabei zeigte sich, dass Freude deutlich häufiger vorkommt als Neid oder Eifersucht. Je positiver der Inhalt, desto stärker die Freude bzw. der Neid. Zusätzlich spielt die Beziehungsstärke eine Rolle: "Kam der Beitrag von einem nahestehenden Freund und nicht von einem losen Bekannten, empfanden die Befragten ein höheres Maß an Freude bzw. an gutartigem, motivierendem Neid“, sagt Ruoyun Lin.

Neid ist jedoch unabhängig von der Beziehungsstärke. Personen mit niedrigem Selbstwert reagieren eher neidisch – egal, ob die Mitteilung von einer guten Freundin oder einem entfernten Bekannten kommt, ob auf Facebook oder offline.

Die Studie ist Teil des ERC-Starting Grant Projekts ReDefTie (Redefining tie strength – how social media (can) help us to get non-redundant useful information and emotional support). Die Forscherinnen untersuchen die Effekte und Wirkung der social media-Nutzung. Die Ergebnisse können helfen, die Gestaltung von social media-Plattformen zu optimieren, um damit das Wohlbefinden der Nutzer zu erhöhen. Link zur Studie: http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S074756321500360X


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