02.06.2011

Mein, dein, unser Konto - Woche 5


Im simplify-Forum kam neulich die Frage auf, wozu ich 3 private Giro-Konten brauche. Und im ersten Moment wusste ich selbst nicht mehr, wieso. Das ist einfach eine gewachsene Struktur. Dann erinnerte ich mich, dass mir ein Konto zusammen mit einer kostenlosen Kreditkarte angeboten wurde. Das ist tatsächlich vom Ursprung her „unnütz“, fängt aber einige Rücklagen auf für Anschaffungen, die ich nicht wöchentlich tätige.

Erst als ich lange darüber nachdachte, fiel mir wieder ein, wie sich das mit den anderen beiden Konten ergeben hat: Eines dieser Konten habe ich vor vielen Jahren als Gemeinschaftskonto eingerichtet, in das mein Partner und ich jeweils zu gleichen Teilen das Haushaltsgeld einzahlten. Das andere Konto, mein Hauptkonto, war mein Einkommens-Konto, als ich noch Angestellte war. Von dort gingen alle Fixkosten ab. Über mein Hauptkonto laufen heute noch meine fixen Ausgaben, teilweise hängen diese auch mit meiner Selbstständigkeit zusammen. Dorthin überweise ich mir quasi jeden Monat mein „Gehalt“.

Manchmal bin ich erstaunt, wenn ich höre, welche Finanz-Modelle in Partnerschaften gelebt werden. Mal gibt es gar kein Gemeinschaftskonto und jeder bezahlt mal etwas. Das führt dann ständig zu Aussagen wie: „Heute musst du aber die Einkäufe bezahlen! Ich habe die letzten beiden Male den Geldbeutel für die Lebensmittel aufgemacht!“ Oder es gibt ein Gemeinschaftskonto, in das der Hauptverdiener einen Teil seines Einkommens einbezahlt – und der Wenigverdiener alles, was er oder sie verdient. Das führt zu einem großen Ungleichgewicht und zu Frustration, etwa wenn der Vielverdiener sein Geld für Börsengeschäfte nutzt und der Wenigverdiener um eine neue Hose betteln muss. Natürlich sind dies nur 2 Beispiele.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie wichtig es ist, sich finanzielle Unabhängigkeit zu bewahren. Das Modell mit dem Gemeinschaftskonto funktionierte bei uns wunderbar. Es reichte meist auch noch für ein gutes Essen im Monat beim Lieblingsrestaurant. Und jeder war für seine persönlichen Anschaffungen in finanzieller Hinsicht selbst verantwortlich. Wir verdienten beide, so war das okay.

Aber selbst wenn ein Partner oder eine Partnerin Alleinverdienende/r ist, sind mehrere Konten sinnvoll: Eines als Gemeinschaftskonto, und zwei Konten auf die jeweils für jeden Partner eine bestimmte „Spar“-Summe eingezahlt wird. Mit diesem Geld kann wiederum jeder machen, was er will, ohne sich rechtfertigen zu müssen.

Partnerschafts-Finanz-Modelle gibt es sicher die verschiedensten, wichtig ist aus meiner Sicht, dass jedem die Souveränität über ein bestimmtes Budget obliegt. 


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Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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