02.11.2012

Menschen wie ein rotes Tuch


Mit der einen Person kann man, mit der anderen nicht. Das kennen wir alle, das ist irgendwie normal. Es gibt Menschen, die können selbst den gelassensten Zeitgenossen schnell aus der Reserve locken. Von Null auf Hundert entflammt eine emotionales Feuerwerk. Wer wen emotional anspricht, hängt von vielen Faktoren ab und ist meist höchst individuell. Spannend finde ich persönlich, weil ich es gerade beobachte, dass es Personen gibt, die erstaunlich viele Menschen zum Kochen bringen.

Ich frage mich, warum das so ist. Seit einigen Jahren versuche ich meine Konflikte mit anderen Menschen von meiner Seite aus zu betrachten. Sprich: Ich frage, was die Person, ihre Aussagen oder ihr Handeln mit mir zu tun haben und in mir auslösen. Ich gehe also mehr in die persönliche, ganz individuelle Innenschau und erarbeite mir daraus meine Lösungen. Nun habe ich durch meine Arbeit mit Tipi gelernt, dass die Wurzeln unserer emotionalen Ausbrüche oft sehr früh in unserem Leben angelegt werden.

Wenn es also Menschen gibt, mit denen viele andere „nicht können“, so hätten die „vielen anderen“ ähnlich gelagerte Wurzeln. Denn alle gehen mit dieser einen Person und ihrem spezifischen Verhalten in Resonanz, wie es so schön heißt. Oder ist es bei solchen Personen tatsächlich angebracht, ihnen die Hauptverantwortung für misslungene Beziehungen zu geben? Und dann? Davon werden die Beziehungen nicht besser!

Nun gibt es ein weiteres Phänomen, das um solche Personen herum auftreten kann: das der Gruppe. Indem man sich mitteilt, wie es einem mit Person XY geht, erhält man Bestätigung. Das erzeugt ein Gefühl von Zugehörigkeit und erfüllt möglicherweise das gleichnamige menschliche Grundbedürfnis. Mit einem Mal ist die Versuchung groß, gemeinsam zu verurteilen und XY nur noch über seine offensichtlichen Schwächen zu definieren. Ungeheure (negative) Kräfte können daraus erwachsen!

Wie ihr euch denken könnt, habe ich weder die „richtigen“ Antworten parat noch die „richtige“ Strategie. Ich erkenne lediglich, dass Person XY auch Verantwortung dafür hat, wie ihre Beziehungen zu anderen verlaufen. Ich kann also auf mich schauen und Klarheit für mich finden, wie weit ich zu gehen bereit bin und welches Verhalten ich tolerieren will. Im extremen Fall halte ich die Beziehung nicht weiter aufrecht – je nachdem, ob mir das möglich ist oder nicht.


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Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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