02.09.2013

Mitten im Flow und die Zeit danach


Der junge Mann mit der Wurst stand vor ein paar Tagen wieder vor meiner Haustür. „Ich bin’s schon wieder!“, grinste er. Wer meinen Beitrag ("Ich bringe jetzt immer meine Wurst mit") dazu nicht gelesen hat: Es handelt sich um einen Paketboten, der bei unbekannten Kunden stets ein Stückchen Wurst dabei hat – für den Fall, dass er einen Hund besänftigen muss.

„Ist das Ihr Sohn?“, wollte er von mir wissen. Ich wusste mal wieder nicht, was er meinte. „Ach so! Nein, das sind Handwerker“, sagte ich, als bei mir sprichwörtlich der Groschen gefallen war. Draußen im Hof waren ein Handwerker und ein junger Azubi zu Gange. Letzterer hob gerade einen Graben aus. „Ich würde gerne mit ihm tauschen!“, sagte der Mann vom Paketdienst aufgeregt. „Er kann meine Päckchen ausfahren, und ich grabe das Loch hier!“ Und schwupps war er auch schon wieder verschwunden. Offensichtlich macht ihm sein Job nicht besonders viel Freude, wenn er ihn freiwillig gegen Ausgraben eintauschen will.

Vielleicht ginge es ihm dabei wie mir am selben Tag, als ich jeweils drei Löcher in 100 Latten bohrte? Wir hatten die Hölzer eines alten Rollladens geschenkt bekommen, um daraus einen Zaun zu bauen. Ich bohrte und bohrte, fand irgendwann meinen Rhythmus und war ganz selig. Nach ungefähr der Hälfte maß ich aus, wie viel Zaun ich damit schon bauen könnte. Ich ging nach nebenan, wo die Handwerker schafften. Einer fragte mich etwas. Einmal. Zweimal. Ich reagierte erst beim dritten Mal, weil ich so vertieft war in meine Zaunarbeit, dass ich nichts um mich herum mitbekommen hatte.

Danach machte ich mir natürlich Gedanken darüber, warum das so ist, ob mir das Freude macht und überhaupt. Schon stellte sich die Langeweile ein. Als ich die letzten Latten anbohrte, war ich froh, dass es endlich vorbei war! Der positive Effekt hält also (bei mir zumindest) nicht ewig an – genauer gesagt nur solange ich mir das Zerdenken verkneife ...


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Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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