24.02.2014

Mutproben im Alltag: Nicht ständig erreichbar sein


Ruft eure E-Mails oder Smartphone-Nachrichten nur zu festgelegten Zeiten ab. So lautete die Basismutprobe in der vergangenen Woche. Am Dienstag begann ich meinen Arbeitstag wie immer. Ich dachte nicht im Traum daran, dass ich in punkto Erreichbarkeit etwas ändern wollte. Im Laufe des Morgens besuchte ich dann simplify auf Facebook. Die Überraschung war groß: „Au weia! Ich muss ja meinen E-Mailer abstellen! Was mache ich denn nun? Um welche Zeit will ich denn künftig die Mails checken?“

Meine erste Reaktion war also: Programm beenden. Um 11 Uhr wollte ich wieder nachschauen, ob Mails eingegangen sind. Gegen 10:30 Uhr telefonierte ich und stellte fest: Ich bin viel präsenter, wenn ich nicht nebenbei auf den Bildschirm starre und meinen Maileingang beobachte! Ich wusste ja, es wird nichts angezeigt. Nach meinem Telefonat um 11:08 Uhr rief ich dann wieder meine E-Mails ab. Es gab nur eine Nachricht – Werbung. Ich löschte sie und beendete wieder mein Mail-Programm.

Doch 10 Minuten später wurde ich unruhig. Ob ich nicht doch mal nachschauen sollte? Schließlich hätte ja in der Zwischenzeit eine neue E-Mail eingehen können. Von da an schaute ich im Halbstundentakt nach und ertappte mich zwischendurch dabei, wie ich auf das geöffnete Mail-Fenster starrte, weil ich vergessen hatte, das Programm wieder zu beenden. Schnell machte ich es aus. Mein Fazit für den ersten halben Tag: Die Mutprobe hatte mich völlig überrumpelt! Am Nachmittag arbeitete ich die ganze Zeit am Computer und ließ dabei meinen E-Mailer geschlossen. Ich bemerkte kaum, dass keine „neuen Nachrichten“ vermeldet wurden.

An Tag 2 herrschte das totale Chaos. Ich wollte erst um 11 Uhr meine E-Mails checken. Doch da die erste Handlung am Morgen immer „Mails checken“ ist, saß ich um 10 Uhr immer noch da und las, beantwortete und verwaltete meine Mails. Es waren dringende Sachen dabei, die schnell zu bearbeiten waren, aber erledigt und aus dem Kopf sein wollten – auch beim Kunden. Als es etwas ruhiger wurde, machte ich meinen E-Mailer aus – dachte ich jedenfalls. Doch plötzlich tauchte das Icon auf: 1 neue Mail ist da! Wie gewohnt las ich sieh und antwortete sofort. „Ach nein!“, ärgerte ich mich dann. „Das wolltest du doch vermeiden!“ Aber irgendwie war es doch okay, gleich zu antworten. Denn sonst hätte sich der Empfänger, der auch gerade am Mailer saß, sich dem Gedanken 3 Stunden später noch einmal widmen müssen. So hatte er die Sache ebenfalls gleich abhaken können.

Ratlosigkeit machte sich bei mir breit. „Meine Mutprobe funktioniert bei mir nicht“, musste ich feststellen. Jedenfalls nicht in dieser Form. Das gibt mein Job nicht her. Ich besuchte die Einstellungen des E-Mail-Programms und fragte mich, was ich wohl ändern könnte. Größere Abrufintervalle einstellen? Nur im Halbstundentakt abrufen? Nein, das ist gerade für solche Fälle unpraktisch, wo es schnell und unkompliziert gehen muss. Das Tonsignal beim Eingehen neuer Nachrichten ganz abstellen? Das würde nichts nützen, denn den Ton habe ich meistens aus. Es ist das Icon, das anzeigt wie viele neue Nachrichten es gibt, das mich unruhig werden lässt! Es ist rot und sticht mir unbarmherzig ins Auge, wenn ich es sehe, aber ignoriere!

„Ja, das Icon muss weg!“, war meine neue Lösung. Ich stellte den Ton wieder an, suchte einen dezentes Signal aus. Die optische Info, dass neue Mails da sind, schaltete ich ab. Diese Lösung scheint perfekt für mich!

  • Ich höre, wenn neue E-Mails eingehen.
  • Bin ich gerade konzentriert am Arbeiten, blende ich diese Info schnell wieder aus und kann weiterarbeiten. Ich werde nicht von einem optischen Hinweis magnetisch in den E-Mailer gezogen.
  • Ist meine Aufgabe, mein Telefonat oder was auch immer erledigt, kann ich in dieser kleinen Verschnaufpause nach neuen Nachrichten schauen.
  • Erwarte ich wichtige Nachrichten, werde ich auf diese Weise schnell informiert. Erwarte ich keine, kann ich selbst entscheiden, wann ich die Mails lese. Der Druck ist weg, unbedingt nachschauen zu müssen, weil sich an meiner Bildschirmoberfläche nichts ändert, sobald eine E-Mail eingeht.

Diese Mutprobe hat mir einmal mehr gezeigt: Es gibt nicht die eine Lösung, die für alles und jeden passt! Wir sind aufgefordert, selbst kreativ zu werden und die für uns richtige Lösung zu finden. Das hätte ich aber niemals getan, wenn es nicht diese Mutprobe gegeben hätte ...


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Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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