10.02.2014

Mutproben im Alltag – Sachen: Sehend entsorgt


Mit der ersten Mutprobe hatte ich so meine Probleme. Ich gebe es zu. Es fiel mir schwer, auch nur eine Kiste zu finden, die ich blind entsorgen wollte. In meine berühmte Deko-Kiste musste ich einfach reinschauen! Und prompt nahm ich ein Kerzenglas daraus zu meiner Tipi-Veranstaltung am Wochenende mit – als Dekoration. Klar. Auch die anderen Sachen freute ich mich zu sehen. Den Deko-Teller von meiner Oma, die künstlichen Ranunkeln, wenn ich mal keine echten bekomme, den Deko-Sand, den ich schon die ganze Zeit suche ... An das Entsorgen der Deko-Kiste war also nicht zu denken. Ich ließ meine Blicke auch über alle anderen Kartons schweifen, die in Keller und Abstellraum stehen – und das schon seit meinem Umzug vor knapp einem Jahr. Die könnte ich ja ... nein, nicht ungesehen entsorgen. Hier MUSS ich einen Blick reinwerfen! Wer weiß, was mir durch die Lappen gehen würde!

 

„Dunja“, schalt ich mich, „da denkst du dir eine Mutprobe aus und kneifst selber!“ Das konnte ich nicht auf mir sitzen lassen. Und so überlegte ich und schaute – bis ich etwas fand, das ich zu entsorgen bereit war: zwei dicke Ordner. Erinnert ihr euch noch an meinen Beitrag, in dem ich erzählte, dass ich nur die Ordner in mein Schreibtisch-Regal stelle, die ich auch dauernd benutze? Dass die anderen hinter verschlossenen Schranktüren stehenbleiben? Dass ich diese Ordner getrost entsorgen kann, wenn sie nach einem Jahr immer noch nicht den Weg ins Regal gefunden haben?

 

Nun, das eine Jahr ist bald vorüber. Deswegen entschied ich mich, zwei der Ordner der Wertstofftonne zuzuführen. Doch ganz ehrlich: Das ging nicht, ohne sie kurz zu sichten. Es geschah allerdings mit einer anderen Haltung: Ich sah die Ordner nicht durch, weil ich vorhatte, daraus etwas zu behalten. Ich war bereit loszulassen. Als mir dann einige Schreiben mit vertraulichen Daten begegneten, war ich froh, den Ordnerinhalt nicht einfach entsorgt zu haben. Ich machte einen dicken Packen für die Mülltonne und einen dünnen für den Schredder. Zwei Bilder, die ich irgendwann geschossen hatte – eines in der Natur, eines in der Londoner U-Bahn – behielt ich. Der Rest kam ganz einfach weg.

 

Was lerne ich daraus? Bei der nächsten Entrümpelungsaktion lege ich eine Kiste an für Dinge, die ich zwar nie benutze, aber trotzdem nicht entsorgen kann. Ich schreibe das Datum darauf und weiß mit ziemlicher Sicherheit, dass ich diese Kiste nach einem Jahr getrost ins Sozialkaufhaus oder wohin auch immer verfrachten kann. Denn ich lege keinen Wert (mehr) auf das, was darin liegt!


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Ganz einfach Dunja

Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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