11.10.2013

Nachrichtenkonsum - ja oder nein?


Seit einigen Monaten verfolge ich nicht mehr regelmäßig die Nachrichten. Ich habe es mir abgewöhnt. Deshalb bin ich oft hin- und hergerissen, denn bis ich von einem besonderen Ereignis erfahre, ist mitunter schon mindestens ein Tag vergangen. Einen Blog schreiben und so fern von dem sein, was draußen passiert – geht das überhaupt? Ich ertappe mich immer wieder dabei, wie ich mir diese Frage stelle.

Ich entscheide mich stets für die Seite „es geht“, denn schließlich lebe ich in dieser Gesellschaft und gestalte sie mit, soweit es mir möglich ist. Mr. Money Mustache überraschte mich am 1. Oktober mit seinem Blogbeitrag „The Low Information Diet“. Der US-amerikanische Haushalt steht still. Und Mr. Mustache hatte keine Ahnung davon, bis ein Freund ihn darauf ansprach. Daraufhin las und recherchierte er, schlief schlecht und befand am nächsten Morgen, dass er sich nun keine News mehr dazu ansehen werde. Im Verlauf seines Beitrags begründet er seine Einstellung, warum man den News in den Medien keine Aufmerksamkeit schenken sollte. „Er hat Mut, er spricht’s aus“, dachte ich bei mir.

Eine Woche später schreibt er erneut einen Beitrag. Diesmal mit dem Titel „How Big is your Circle of Control?“ Darin lese ich, dass es zum Teil heftige Reaktionen auf seinen Vorgängerbeitrag gegeben hat. Einige Leser hätten ihm zugestimmt, andere seien sprichwörtlich auf ihn und alle anderen losgegangen, die ihre Ignoranz zelebrierten. Das habe ihn ziemlich aus der Bahn geworfen, schreibt er, sei er doch mit seinem Blog bemüht, gerade das Gegenteil zu erreichen: sinkende Ignoranz. Indem er die Reichen über die Konsequenzen ihres derzeitigen Lebensstils aufzeigt und alternative Wege für ein Leben vorstellt, das zu besseren Resultaten führt.

Er bringt den Circle of Concern und den Circle of Control ins Spiel (abgeleitet von Stephen Covey, dessen Bücher und Ideen bei simplify your life schon mehrmals behandelt wurden): Im Circle of Control befindet sich all das, was wir selbst steuern und beeinflussen können. Der Circle of Concern beinhaltet die Themen und Bereiche, über die wir viel nachdenken, z. B. das Wetter, Naturkatastrophen, Kriege usw., auf die wir persönlich jedoch keinen Einfluss haben. Die Idee dahinter ist, dass wir ein besseres Leben haben, wenn wir unsere ganze Energie auf das verwenden, was wir wirklich mitgestalten können, also auf den Circle of Control. Und entgegen der Intuition lässt dieser kleinere Fokus nicht unsere Fähigkeit schrumpfen Gutes zu tun, schreibt Mr. Money Mustache. Es bewirkt sogar das Gegenteil. Der Circle of Concern ist also nur eine Ablenkung. Unser Circle of Control erweitert sich, sobald wir aufhören, uns abzulenken.

Ich selbst lebe ganz gut mit dem Verzicht auf regelmäßige Nachrichten. Das Wichtigste erreicht mich über den Newsticker auf Webseiten, die ich zur Recherche nutze, beim Blick auf den Bildzeitungstitel in der Bäckerei, übers Radio oder über Gespräche mit anderen. Und im echten Leben, in meinem Circle of Control, bin ich jeden Tag dabei, die Kommunikation zwischen Menschen zu verbessern, Menschen in Schwierigkeiten zu helfen, die Natur zu erhalten, meinen Konsum zu überdenken und so weiter.


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Ganz einfach Dunja

Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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