27.09.2011

Nein sagen ja, aber bitte ohne Begründung!


Heute Morgen ging es im Radio ums Nein sagen. Viel habe ich von dem Beitrag nicht mitbekommen, aber ein Satz der Moderatorin ließ mich innerlich Ja sagen: „Wirklich Nein sagen zu können heißt auch, nicht immer eine Begründung haben zu müssen“, sagte sie sinngemäß. Wie wahr!

Ich hatte mal eine Freundin, die nach ihrem „Nein“ immer gleich mit einer ganzen Geschichte aufwartete. „Nein, heute geht es leider nicht. Meine Cousine kommt mit ihren fünf Kindern. Die wollen dann alle was zum Kaffeetrinken haben. Ich habe mir überlegt, dass ich den leckeren Schoko-Kuchen backe und noch Muffins. Die mögen Kinder ja gerne. Dann muss ich aber vorher noch in die Stadt, Förmchen besorgen und Kaffee. Sie trinkt nämlich nur Fairtrade. Da fällt mir ein, ich muss ja auch noch für übermorgen die Kleider von der Reinigung abholen. Ach, da muss ich durch die ganze Stadt fahren. Das wird mich alles den ganzen Vormittag kosten, weshalb ich bei dir leider nicht mehr vorbeischauen kann.“

Bei mir wippten immer schon die Fußspitzen automatisch und sofort nach dem Nein. Innerlich spürte ich: „Das reicht mir schon! Danke, nein, mehr Information brauche ich wirklich nicht!“ Sie meinte es gut, das weiß ich. Sie wollte nicht unhöflich wirken, wenn sie etwas ablehnte. Aber ich wollte das gar nicht alles hören, vor allem konnte ich nie rechtzeitig einhaken, weil die Begründung atempausenlos direkt an das Nein ansetzte.

Ja, wir dürfen einfach nur Nein sagen! Wenn ich jetzt den Spiegel mal zu mir drehe, muss ich mir eingestehen: Ich schiebe ebenfalls gerne eine Begründung hintenan. Wenn ich das nicht mache (schon ausprobiert), entsteht ein unangenehmes Loch. Ich denke: „Die erwartet bestimmt, dass ich ihr sage, warum ich ihr nicht helfe.“ Darum folgt bei mir dann ebenfalls ein klärendes Sätzchen (keine ganze Geschichte!). Ich habe mich also für den Mittelweg entschieden: „Nein, am Samstag kann ich nicht helfen. Ich bin unterwegs.“ Mit dieser Lösung bin ich für mich und für alle anderen klar. Und das ist meiner Meinung nach das Wichtigste und Entscheidende: klar sein.


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Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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