06.06.2014

Nicht ins Klo: Hustensaft & Co.


Schon einmal hatte ich in meinem Blog darüber berichtet, wie wir am besten und sichersten unsere Alt-Medikamente entsorgen können: In den meisten Regionen geschieht das über die Restmülltonne. Jedenfalls hatte mich die Apothekerin damals etwas irritiert angeschaut und darauf hingewiesen, als ich ihr ein Tütchen voller Alt-Medikamente über die Theke reichte (siehe auch: Gehören alte Medikamente in den Restmüll?).

Aktuell hat eine Befragung des ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung – große Wissenslücken im Umgang mit Arzneimitteln ausgemacht. Dabei geht es vor allem um Arzneimittelrückstände im Wasser. Allein in Deutschland werden mehr als 150 verschiedene Wirkstoffe in nahezu allen Gewässern nachgewiesen, bis hin zum Grund- und Trinkwasser. Die Spurenstoffe aus Schmerzmitteln, Antibiotika, blutdrucksenkenden Mitteln oder Psychopharmaka stammen meist aus häuslichen Abwässern – doch viele Verbraucher wissen gar nicht, dass sie die Verursacher sind.

Es ist ein unerwünschter Nebeneffekt beim Gebrauch von Medikamenten: Der Wirkstoff wird nicht vollständig vom Körper abgebaut und über den Urin direkt oder als Abbauprodukt wieder ausgeschieden. Über das Abwasser fließen die Arzneimittelwirkstoffe in die Kläranlagen, wo die Vielzahl an chemischen Verbindungen nicht vollständig entfernt werden kann. Mit dem Ablauf aus den Kläranlagen in die Flüsse und Seen finden die Rückstände so wieder zurück in die Umwelt und den Wasserkreislauf.

Dagegen werden wir als „Patienten“ wohl kaum etwas unternehmen können – es sei denn, wir können (wollen und dürfen) unseren Medikamenten-Konsum reduzieren oder durch umweltfreundliche Alternativen ersetzen. Das ISOE fand aber auch heraus, dass 47 % der Deutschen flüssige Medikamentenreste falsch entsorgen, nämlich über die Spüle oder die Toilette. Laut einer Medienanalyse des ISOE werde der richtige Umgang mit Spurenstoffen zwar häufig thematisiert, beim Verbraucher komme das aber seit Jahren nicht richtig an.

„Nur 15 % der VerbraucherInnen entsorgen ihre Medikamente richtig, das heißt – entsprechend der von der Bundesregierung empfohlenen Praxis – über den Restmüll“, sagt Konrad Götz vom ISOE. Der Restmüll wird heute nicht mehr auf Deponien gelagert, sondern verbrannt. Dadurch ist die vollständige Zerstörung der Wirkstoffe gewährleistet. „Die Entsorgung über den Hausmüll ist deshalb derzeit zwar der umweltfreundlichste Weg – weil viele Verbraucher das nicht wissen, ist es aber genaugenommen nur der zweitbeste“, folgert Götz.

Dies ist also mein heutiger Beitrag zum Umweltschutz: Flüssige Medikamente gehören nicht in den Abfluss!


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Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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