28.04.2012

Noch ein Fundstück: Worte mit und ohne Sinn


Irgendwie bin ich diese Woche außerordentlich vielen Fundstücken begegnet, die mich simplifymäßig angesprochen haben. Das liegt vermutlich daran, dass ich viel Gelegenheit zur Recherche hatte. So bin ich zum Beispiel auf der Suche nach einem Text über Erkrankungen bei Hunden bei den Palindromen gelandet. Das ist weder eine neue Hunderasse noch sonst ein Tier oder gar ein schlimmer Krankheitserreger. Ein Palindrom ist ein Wort oder ein Satz, den wir rückwärts wie vorwärts lesen können. Ein echter simplifyer also. Einmal davon abgesehen, dass es ziemlich kompliziert sein wird, sich ein Palindrom auszudenken ...

Zurückgehen soll das Palindrom auf einen alten Griechen, Sotades von Maroneia, der es in seinen umstrittenen Versen gerne eingebaut haben soll. Überliefert ist jedenfalls nichts davon.

Bekannte Wort-Palindrome sind z. B. Anna oder Otto oder das fast längste deutsche Palindrom Reliefpfeiler. Spannend wird es bei den Satz-Palindromen. Hier eine kleine Auswahl:

Eine Blase salbe nie.

Erika feuert nur untreue Fakire.

Ein Esel lese nie.

Die liebe Tote! Beileid!

O Genie, der Herr ehre Dein Ego!

Ein Golf flog nie.

Tunk nie ein Knie ein, Knut!

Ich stelle fest, dass sich Sätze mit „Ein“ als Erstwort und „nie“ als Letztwort sehr gut eignen. Das garantiert schon mal beidseitiges Lesen. Bei Wikipedia gibt es übrigens eine lange Liste lustiger Satzpalindrome!

Was ich in diesem Zusammenhang ebenfalls spannend finde, ist das Haiku. Bei dieser aus Japan kommenden Lyrikform bringt man seine Gedanken ungereimt in 3 Zeilen unter, möglichst mit einem überraschenden Einfall am Schluss. Das klassische japanische Haiku hat insgesamt 17 Silben (5, 7 und 5 Silben pro Zeile). Im Deutschen verhält sich das freilich etwas anders. Ein Beispiel:

Windstille.
Vom Ruderblatt tropft
der Abendhimmel.
Hubertus Thum

Oder:

In deiner Nähe
öffnet sich meine Seele
verdutzt und berauscht.

Hier macht es durchaus Sinn, den Versen einen Sinn zu geben. Es macht sogar Freude! Ich habe mir immer mal vorgenommen, ein Haiku zu schreiben und werde das sicher eines Tages verwirklichen. Wer weiß, vielleicht verknüpfe ich das mal mit meinem Vorhaben, in Twitter-Zeichen zu schreiben. Möglichst viel sagen mit nur 140 Zeichen. Das wären in etwa zwei Haiku. Lasst euch überraschen! Haiku-Inspirationen gibt es übrigens hier bei haiku.de.


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