01.10.2011

Ölziehen - ein Selbsttest


Ölziehen. Davon habe ich immer wieder gehört. Vor Jahren berichtete mir eine Kollegin, dass sie jeden Morgen einen Löffel Öl für einige Zeit im Mund hin und her schiebt. Am besten funktioniere das auf nüchternen Magen. Bei der Vorstellung, ich solle frühmorgens reines Öl lutschen, erzeugte bei mir kein Wohlbehagen. Meine Kollegin war jedoch so begeistert, dass ich es wenigstens einmal ausprobieren wollte. Ich solle besonders wertvolles Öl nehmen, meinte sie. Das muss wohl der Grund gewesen sein, weshalb ich es bis gestern nie ausprobiert habe: Nicht das richtige Material im Haushalt zu haben, ist eine wunderbare Hürde, solche Vorhaben gar nicht erst in die Tat umsetzen zu müssen.

Dann landete neulich diese Pressemitteilung in meinem Postfach: Ein Darmstädter Zahnarzt behauptet, mit täglichen Ölspülungen könnte ich meine Zähne ein Leben lang gesund erhalten:

In der menschlichen Mundhöhle leben ca. 50 Milliarden Bakterien - zwei Drittel davon auf der Zunge. Sie existieren nicht als Einzelgänger, sondern organisieren sich in einer Art Community, dem Biofilm. Dieser besteht aus einem komplexen System, in dem verschiedene Mikroorganismen zusammenleben. Im Biofilm können diese miteinander kommunizieren und sind widerstandsfähig gegen mögliche Angreifer wie z.B. Antibiotika. Bei der Zersetzung von Nahrungsmitteln übernehmen die Mikroorganismen nützliche Aufgaben, allerdings können Bakterien Zahnfleischentzündungen und Parodontitis verursachen.

Was nur wenige wissen: "Es gibt eine verblüffend einfache und natürliche Methode, die schädlichen Bakterien loszuwerden - durch Mundspülungen mit pflanzlichem Speiseöl", so Zahnarzt Martin Ahrberg aus Darmstadt. Dabei wird regelmäßig morgens auf nüchternen Magen ein Esslöffel Öl 10 bis 15 Minuten im Mund hin und her gezogen - wie beim Spülen mit Mundwasser. Ist man damit fertig, wird das Öl ausgespuckt und der Mund mit Wasser ausgespült.

Das Öl reißt die lipophilen, die fettlöslichen, Bakterien aus dem Biofilm heraus. Dadurch wird er löchrig und inaktiv - die Kommunikation im Netzwerk ist gestört. Dabei kommt es nicht darauf an, welches Öl benutzt wird. Besonders geeignet sind Distel- oder Sesamöl, da sie geschmacksneutral sind.

Das Ergebnis dieser rein biologischen und günstigen Anwendung: Die schädliche Wirkung der Bakterien wird vermindert. Dies führt zum Ausheilen von Entzündungen, einer Reduktion von Taschen und das Zahnfleisch erhält eine gesunde Farbe.

Da war es also wieder, das Ölziehen. Ich recherchierte ein wenig und bekam heraus, dass es sich um ein in Russland bekanntes Volksheilmittel handelt. Es hilft dem Körper, verschiedene Stoffwechselprodukte und Giftstoffe loszuwerden, weil es diese bindet. Ölziehen soll sowohl bei akuten als auch bei chronischen Krankheiten helfen. Viele wenden es bei Erkältungen an, bei Bronchitis, Kopf- und Zahnschmerzen. Bei (chronischen) Erkrankungen der Organe berichten Menschen immer wieder über Heilungserfolge. Es erscheint fast wie ein Allheilmittel.

Grund genug für mich, es jetzt doch einmal auszuprobieren: Ich beginne mal mit einem Teelöffel Olivenöl extra nativ, auch wenn geschmacksneutrale Öle empfohlen werden. Schließlich mag ich Olivenöl sehr gerne. Wie ich feststellen musste aber nicht in der Früh auf nüchternen Magen ... Ich tue also so, als hätte ich ein Bonbon im Mund, das ich hin- und herschubse. Nach gefühlten 5 Minuten kommt meine Tochter ins Bad und will mit mir reden. Also spucke ich das Öl dankbar wieder aus. An der Geschmacksneutralität muss ich wohl noch arbeiten, am Timing ebenfalls. 10-15 oder 20 Minuten sind schon eine lange Zeit, die ich schlürfend und ziehend durch mein Domizil laufen muss!

Ich verschiebe das mit dem Ölziehen einmal mehr auf unbestimmte Zeit. Vielleicht bis zur nächsten Halsentzündung. Zur Wirkung kann ich daher nicht so viel sagen. Rein (bio)chemisch betrachtet, ergibt das Ganze für mich einen Sinn. Fakt ist: Die Kosten dafür sind überschaubar, und es kann jeder anwenden. Ölziehen ist also wirklich ganz einfach!


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Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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